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Fußball
Ost-Politiker fordern Fairness bei Regionalliga-Reform

DFB-Präsident Reinhard Grindel wird von SPD-Politikern zum Fairplay aufgefordert.
DFB-Präsident Reinhard Grindel wird von SPD-Politikern zum Fairplay aufgefordert. FOTO: Sina Schuldt / dpa
Potsdam/Dresden. In die Debatte um die Reform der Fußball-Regionalligen haben sich nun auch Politiker eingemischt. Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung beim DFB fordern sie einen Erhalt der Regionalliga Nord-Ost.

Vor der am Freitag erwarteten DFB-Entscheidung zur Reform der Auf- und Abstiegsregelung zwischen 3. Liga und den fünf Regionalligen haben Politiker aus Brandenburg und Sachsen vor einer Benachteiligung ostdeutscher Fußballvereine gewarnt. Derzeit spielen die fünf Regionalliga-Meister sowie der Tabellenzweite der Regionalliga Südwest in Play-offs drei Aufsteiger aus.

Die geltende Aufstiegsregelung werde von vielen Vereinen als ungerecht empfunden, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Brandneburg, Uwe Liebehenschel. „Im Fußball muss sich Leistung auszahlen, sonst verliert der Sport seine Attraktivität bei den Fans. Deshalb gilt für uns der Grundsatz: Wer Meister wird, steigt auf.“ Der Sprung von der Regionalliga in den Profi-Fußball habe vor allem auch eine wirtschaftliche Tragweite. „Deshalb muss geregelt sein, dass der Meister im Osten diesen Sprung schafft“, meinte Liebehenschel.

Der Cottbuser Abgeordnete Michael Schierack verwies auf das Beispiel des aktuellen Tabellenersten der Regionalliga Ost, Energie Cottbus. „Die Lausitzer führen mit deutlichem Abstand, können aber selbst bei einem frühzeitigen Gewinn der Meisterschaft nicht sicher mit der 3. Liga und dem Profifußball planen.“

„Fair Play“ fordert Thomas Jurk, Landesgruppensprecher der sächsischen SPD-Bundestagsabgeordneten, gemeinsam mit 15 anderen SPD-Politikern in einem offenen Brief an DFB-Boss Reinhard Grindel. In ihrem Brief werben die Abgeordneten dafür, „dass Entscheidungen im Fußball, ebenso wie in der Politik, nicht nur nach blanken Zahlen getroffen werden. Die Leidenschaft für den Sport, der faire Wettbewerb, die Bewahrung der Fankultur und daher auch die bundesweite Präsenz von Amateur- und Leistungssport sind die Punkte, an denen sich alle weiteren Überlegungen messen lassen sollten.“

(dpa/bob)