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Fussball
Stein fordert direktes Aufstiegsrecht für den Nordosten

Marc Stein (l.) wurde im Leistungszentrum des BFC Dynamo ausgebildet.
Marc Stein (l.) wurde im Leistungszentrum des BFC Dynamo ausgebildet. FOTO: Steffen Beyer / imago/Steffen Beyer
Cottbus. Auch Kapitän Marc Stein von Energie Cottbus hat sich in die Diskussion um die Regionalliga-Reform eingeschaltet. Er fordert ein direktes Aufstiegsrecht - vor allem und gerade für die Nordost-Staffel. Von Frank Noack

So kompromisslos wie Kapitän Marc Stein beim 2:0 (1:0)-Sieg von Energie Cottbus am Mittwochabend im Nachholspiel bei der VSG Altglienicke abräumte, so klar und deutlich ist auch sein Standpunkt zur Diskussion um die Regionalliga-Reform. „Ich bin sehr verwundert und kann die Diskussion, dass der Nordosten nicht direkt aufsteigen soll, überhaupt nicht nach nachvollziehen. Im Gegenteil, der Nordosten hat sogar mehr als die anderen Staffeln einen festen Aufstiegsplatz verdient“, erklärt Stein mit Blick auf die mit Spannung erwartete Abstimmung auf dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag in Frankfurt/Main.

DFB-Präsident Reinhard Grindel Grindel plädiert für zwei direkte Aufsteiger aus den Regionalligen West und Südwest. Die Meister aus dem Norden, Nordosten und Bayern sollen zwei weitere Aufsteiger ausspielen. Bisher sind sechs verschiedene Anträge aus den Regional- und Landesverbänden eingegangen, darunter auch die Reduzierung von fünf auf vier Regionalligen. Auf dem DFB-Bundestag soll eine Entscheidung fallen.

Seit Jahren gibt es Kritik, dass kein Regionalliga-Meister direkt in die 3. Liga aufsteigt - von fünf steigen derzeit nur drei nach Relegationsspielen auf.

FCE-Kapitän Marc Stein führt zwei Gründe für seine Forderung nach dem direkten Aufstiegsrecht für den Nordosten an. Ersten: Die Bilanz der vergangenen Jahre. „In der Relegation hat sich doch meistens der Nordost-Meister durchgesetzt“, sagt der 32-jährige Abwehrspieler zum Argument von Grindel, dass der Westen und der Südwesten angeblich leistungsstärker seien.

Und die Zahlen geben Stein Recht! Denn seit der Einführung der Aufstiegsspiele zur 3. Liga weisen ausgerechnet der Südwesten und der Westen die schlechteste Bilanz aller fünf Staffeln auf. Die „Fußball-Woche“ hat die Aufstiegsquoten der Staffel-Meister seit der Saison 2012/13 ausgerechnet: RL Nordost (80 Prozent), RL Norden und RL Bayern (60), RL West (40.), RL Südwest (30).

Das zweite Argument von Marc Stein sind die gut funktionierenden Leistungszentren im Nordosten, die auch in der Vergangenheit viele Profifußballer entwickelt haben. „Ich selbst bin im Leistungszentrum des BFC Dynamo groß geworden und habe diese Zeit sehr genossen“, sagt der in Potsdam geborene FCE-Kapitän.

Sein Fazit kurz vor dem DFB-Bundestag fällt vernichtend aus: „Bei der aktuellen Diskussion über den Nordosten frage ich mich ernsthaft, wo die Realität geblieben ist.“