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Fußball
Krönender FCE-Abschluss für perfekte Hinrunde

VSG Altglienicke gegen Energie Cottbus FOTO: Von Matthias Koch
Berlin. Regionalliga-Spitzenreiter Energie Cottbus gewinnt auch das Nachholspiel am Mittwoch bei der VSG Altglienicke mit 2:0 (1:0).

15 Siege, zwei Unentschieden, 43:4 Tore und 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten. Energie Cottbus hat am Mittwochabend die beste Halbserie der Vereinsgeschichte standesgemäß mit einem 2:0 (1:0)-Sieg bei der VSG Altglienicke gekrönt. Im Berliner Ludwig-Jahn-Sportpark traf Fabio Viteritti (16./72.) doppelt für die Cottbuser, die keine Glanzleistung benötigten, um den nächsten Dreier einzufahren.

Der Gastgeber, bei dem mit Torsten Mattuschka, Björn Brunnemann, Michael Czyborra und Lukas Bache vier Ex-Cottbuser in der Startelf standen, hatte für den Saisonhöhepunkt gegen den Spitzenreiter ziemlich viel aufgeboten – aber eben nicht alles. So schmetterte zwar der singende Stadionsprecher Ronny Rothe live und hochmotiviert die VSG-Vereinshymne, doch dafür musste Altglienickes Torjäger Boubacar Sanogo kurzfristig absagen.

Der ehemalige Energie-Angreifer konnte wegen eines entzündeten Zehnagels ausgerechnet gegen seinen Ex-Club nicht die Fußballschuhe schnüren. Der Ivorer sagte in der Halbzeitpause gegenüber der RUNDSCHAU: „Energie hat zwar viel größere Spielanteile, aber wir haben die besseren Chancen. Schade, ich hätte gern gespielt.“

Tatsächlich hatte Energie die Partie von Beginn an im Griff. Der Treffer von Viteritti entstand allerdings unter der Mithilfe von VSG-Keeper Markus Rickert, der den Schlenzer aus fast 30 Metern über die Fäuste ins Netz rutschen ließ (16.). Danach spielte der FCE das im Stile eines souveränen Spitzenreiters: mit viel Ballbesitz – allerdings ohne die ganz zwingenden Aktionen. Trainer Claus-Dieter Wollitz konnte das verschmerzen und erklärte: „Man kann nicht erwarten, dass wir jede Woche eine außergewöhnliche Leistung vollbringen.“

Dieses Mal reichte eine ganz gewöhnliche Leistung, auch wenn sich Altglienicke wehrte. VSG-Coach Miroslav Jagatic berichtete: „Es war ein nervenaufreibendes Spiel, weil die vielen Ex-Cottbuser in unserem Team es Energie so schwer wie möglich machen wollten.“ Nachdem sich die Gastgeber mit rustikalem Zweikampfverhalten etwas mehr Respekt erkämpft hatten, kamen sie auch zu jenen Torchancen, die Sanogo meinte. Der Ex-Cottbuser Czyborra hätte freistehend den Ausgleich erzielen müssen, traf aber nur das Außennetz (38.). Wenig später parierte Energie-Keeper Avdo Spahic großartig mit einer Hand gegen VSG-Angreifer Kevin Stephan.

Fabio Viteritti traf doppelt, beide Tore entstanden aus Fehlern der Gastgeber.
Fabio Viteritti traf doppelt, beide Tore entstanden aus Fehlern der Gastgeber. FOTO: Michael Hundt / Matthias Koch / Matthias Koch

In der Halbzeitpause sang VSG-Unikum Ronny Rothe dann „Wir wollen jubeln.“ Doch jubeln konnten nur die Gäste. Das zweite Tor entstand ausgerechnet nach einem kapitalen Mattuschka-Fehler. Der Ex-Cottbuser vertändelte an der Seitenauslinie den Ball, in der Mitte musste Viteritti dann nur noch vollenden (72.). Mattuschka sagte danach selbstkritisch: „Wir haben uns heute selbst geschlagen. Das 1:0 war ein Geschenk, und dann spiele ich so einen Drecksball vor dem 2:0.“

Am Samstag (13.30 Uhr) empfängt der FCE die TSG Neustrelitz zum letzten Spiel des Jahres. Dann könnten die Lausitzer nach der perfekten Hinrunde mit einem Dreier in die Rückrunde starten. Viel mehr kann man sich als Energie-Fan ja eigentlich zum Weihnachtsfest nicht wünschen. Außer vielleicht einen singenden Stadionsprecher.

VSG Altglienicke gegen Energie Cottbus FOTO: Von Matthias Koch