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Religion
Döberner künftig in Kirchenleitung

Will den Religionsunterricht an Schulen stärken: Markus Dröge.
Will den Religionsunterricht an Schulen stärken: Markus Dröge. FOTO: Sophia Kembowski / ZB
Berlin. Frühjahrssynode wählt Religionslehrer in Ekbo-Führungsgremium. Von Benjamin Lassiwe

Der 40-jährige Andreas Hoffmann aus Döbern (Spree-Neiße) ist neues Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo). Die am Samstag in Berlin zu Ende gegangene Frühjahrssynode wählte den Religionslehrer mit großer Mehrheit zum Nachfolger des Amtsdirektors von Unterspreewald, Jens-Hermann Kleine, der auch sein kirchliches Mandat nach seinem Wechsel nach Niedersachsen aufgeben musste. Hoffmann arbeitet am privaten Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen, engagiert sich kirchlich aber weiter zum Beispiel im Gemeindekirchenrat und als ehrenamtlicher Prediger in seiner Heimatgemeinde Döbern.

Seine Wahl fand am selben Tag statt, an dem sich die 114 Synodalen, die rund eine Million evangelische Gemeindeglieder in Berlin, Brandenburg und Sachsen vertreten, angesichts der antisemitischen Vorfälle an einer Berliner Grundschule erneut für eine Stärkung des Religionsunterrichts in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Sachsen aussprachen.

Bereits am Freitag hatte Landesbischof Markus Dröge erklärt, er „halte es für wichtig, dass der Religionsunterricht an den Schulen stärker als bisher gefördert wird“. Kinder müssten Gelegenheit bekommen, die eigene und die Religion anderer kennen und respektieren zu lernen und zu erleben, wie es geht, friedlich mit Kindern anderer Religion zusammenzuleben. „Religion aus dem schulischen Leben zu verbannnen, ist deshalb pädagogisch grob fahrlässig.“

Eine Neuregelung beschlossen die Synodalen auch bei der Wahl der Gemeindekirchenräte: Während bisher die Zulassung zum Abendmahl als Bedingung dafür galt, heißt es künftig, dass Gemeindeälteste alle diejenigen werden können, die „am Leben der Kirchengemeinde teilnehmen“ sowie „konfirmiert oder in anderer Weise mit den Grundlagen des christlichen Glaubens und des kirchlichen Lebens vertraut gemacht sind.“

Deutliche Kritik übten die Kirchenparlamentarier schließlich am Evangelischen Gustav-Adolf-Werk, das mit Spenden und Kollektenmitteln protestantische Kirchen beispielsweise in Osteuropa unterstützt. Anlass war eine der Synode vorgelegte Übersicht über die Finanzen des Werkes: Aus ihr ging hervor, dass das Werk bei Gesamteinnahmen von 264 000 Euro Geschäftskosten von rund 78 000 Euro verzeichnet. „Wenn man die Ausgaben für Bankkosten, Geschäftskosten und Öffentlichkeitsarbeit addiert, sind sie größer als die Ausgaben für die Zwecke des Werks“, sagte etwa der Vorsitzende des Ordnungsausschusses der Landessynode, Fabian Eidtner.