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| 16:45 Uhr

Lesermeinung
Schluss mit den Muskelspielen

Russland und der Westen

Nach der Überwindung des Kalten Krieges, dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und den Ergebnissen nachfolgender Verhandlungen und Festlegungen schien ein friedliches Neben- oder besser Miteinander ein greifbares Ziel zu werden. Diese Absprachen wurden von der EU und der Nato gebrochen, indem sie ihre Einflusssphäre immer weiter gen Osten bis an die russische Westgrenze verschoben haben.

Zentraler Streitpunkt ist bis in die Gegenwart die Angliederung der Krim an Russland. Mit den Unruhen in der Ukraine wurde dort eine Volksabstimmung durchgeführt, die aufgrund der Überzahl an russischer Bevölkerung zugunsten des Anschlusses an Russland entschieden wurde. Damit ist nur der alte historische Zustand wiederhergestellt. (...)

Auch das Eingreifen Russlands in der Ostukraine ist heftiger Streitpunkt, wobei gerne übersehen wird, dass das korrupte System Poroschenko mit Geld und Waffen unterstützt wird und somit das Minsker Abkommen täglich von beiden Seiten unterlaufen wird. Vor diesem Hintergrund sind die gegen Russland gefassten Sanktionen ein einseitiger Kraftakt gegen ein entspanntes Verhältnis zwischen Ost und West. Dass diese Sanktionen überwiegend die deutsche, vor allem aber die ostdeutsche Wirtschaft treffen, wollen unsere Politiker nicht zur Kenntnis nehmen. Wegen verständlicher Reaktionen Russlands an seiner Westgrenze werden dann noch EU-Truppen und amerikanische Panzer aufgrund einer Hysterie des Baltikums an der russischen Grenze stationiert, wobei die Historie seit Napoleon lehrt, dass solche Kraftakte immer mit Niederlagen enden!

Man kann unseren Politikern nur raten, mit diesen Muskelspielen aufzuhören, die Nato aufzulösen, die amerikanischen Atomraketen aus der Eifel abzuziehen und Normalität anzustreben. Die könnte darin bestehen, dass man ein EU-Verteidigungsbündnis schafft, das in der Lage ist,eigenständig auch die EU-Außengrenzen zu sichern. Daran anschließen müssten sich Gespräche zwischen der EU und Russland zur Normalisierung der europäischen Beziehungen (...).

Klaus Mahr
Bad Muskau