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| 17:36 Uhr

Spremberg
Hochgerechnet ein Einsatz pro Tag

Zur Jahreshauptversammlung stand auch der Koffer offen, mit dem die Spremberger Feuerwehr künftig Türen ohne große Schäden öffnen kann. Zusammengelegt hatten für das Set die Wohnungsgesellschaften SWG, GeWoBa und BeWoGe. Die Kameraden Mario Lange und Uwe Fehlig inspizierten die verschiedenen Schraubwerkzeuge.
Zur Jahreshauptversammlung stand auch der Koffer offen, mit dem die Spremberger Feuerwehr künftig Türen ohne große Schäden öffnen kann. Zusammengelegt hatten für das Set die Wohnungsgesellschaften SWG, GeWoBa und BeWoGe. Die Kameraden Mario Lange und Uwe Fehlig inspizierten die verschiedenen Schraubwerkzeuge. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Betriebshof soll freiwillige Feuerwehr in Spremberg entlasten und künftig Ölspuren beseitigen.

Die Spremberger Feuerwehr hofft im Herbst auf ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) im Wert von 140 000 Euro. In der vergangenen Woche, so Stadtbrandmeister Frank Balkow, habe es die ersten Abstimmungsgespräche mit dem Feuerwehrfahrzeugbauunternehmen Ziegler gegeben. „Die lange und nervenaufreibende Arbeit für die Ausschreibung des speziellen, kleinen, jedoch kompakten Tragkraftspritzenfahrzeugs ist uns geglückt“, so Balkow erleichtert. Unterkommen soll das TSF-W im Domizil der Ortswehr Graustein.

Insgesamt besteht der Fuhrpark der Spremberger Feuerwehr aktuell aus 21 Einsatzfahrzeugen, drei Krädern, drei Mannschaftstransportwagen, dem Rettungsboot auf einem Anhänger, aus vier Transportanhängern und drei Nachläufern mit B-Schlauchhaspeln, mit denen die Kameraden die Schläuche schneller verlegen können. „Das ist eine Flotte, die sich sehen lassen kann. Und der Zustand unserer Fahrzeuge ist im Großen und Ganzen gut“, so Balkow. Zwei B 1000 und ein W 50 rollen noch, vier historische Lkw, ein Motorrad des Typs ETZ 250, sechs Handdruckspritzen und ein Feldküchenanhänger funktionieren, weil die Kfz-Verantwortlichen und Gerätewarte ein Faible für sie haben.

Jahreshauptversammlung Feuerwehr Spremberg FOTO: Von Detlef Bogott

360 000 Euro hat die Stadt 2017 in ihre Brandschutzpflicht gesteckt. 48 000 Euro kosteten die Reparaturen, die Pflege, die Hauptuntersuchungen und Verbrauchsstoffe im Kfz-Bereich im Vorjahr, berichtet Balkow, Mit 2400 Euro unterstützte die Stadt, dass zwei Feuerwehrleute den Lkw-Führerschein erwerben konnten – „womit auch die Einsatzbereitsschaft sichergestellt ist“, so der Stadtbrandmeister. Und die Umrüstung im Digitalfunk konnte abgeschlossen werden: „Es wurden noch einmal 56 Handsprechfunkgeräte im Wert von 44 000 Euro gekauft und eingebaut“, so Balkow. Werterhaltungsmaßnahmen an Gerätehäusern liefen in Lieskau, Weskow, Schwarze Pumpe und Wadelsdorf. 22 000 Euro sei in die Fußbodensanierung und Beleuchtung am Standort Terpe geflossen.

Wie beim Tragkraftspritzenfahrzeug haben die Spremberger Feuerwehrleute ihre spezielle Vorstellung zur persönlichen Schutzausrüstung. „Wir haben eine Weile suchen müssen, bis wir einen Hersteller fanden, der nach unseren Vorstellungen näht“, sagt Balkow. 2017 wurden bereits 40 000 Euro für die Kleidung und sonstige persönliche Geräte in der Ausstattung ausgegeben. In diesem Jahr geht die Einkleidung mit 80 000 Euro weiter – „dringend brauchen wir zum Beispiel Überhosen“.

Angeschaut werden konnte sich zur Jahreshauptversammlung am Freitag ein Tür-Not-Öffnungs-Set. Dafür hatte die Wohnungsunternehmen SWG, GeWoBa und Lausitzer BeWoGe gemeinsam 3000 Euro gespendet. Auch in der Hoffnung, dass nach einer Notöffnung nicht eine komplette Tür, sondern nur ein Schloss  ausgewechselt werden muss. Grundsätzlich, so Frank Balkow, gehören Tür-Not-Öffnungen zu den Einsätzen, von denen die Kameraden vermehrt entlastet werden sollen. So übernimmt seit Jahresbeginn der Betriebshof sämtliche Ölspuren, die im Stadtgebiet zu beseitigen sind. Ob für eine Tür-Not-Öffnung tatsächlich die Feuerwehr zu alarmieren ist, soll künftig einfach besser geprüft werden. Nach 229 Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Spremberg 2017 waren es zur Jahreshauptversammlung am 19. Januar bereits 19 Einsätze im neuen Jahr. „Hochgerechnet ist das ein Einsatz pro Tag. Wo soll das hinführen?“, fragt  Frank Balkow.