ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:04 Uhr

Verkehr
Weiter Tempo 80 – Geisterbaustelle verärgert Autofahrer

Die Baustelle auf der A 15 zwischen Vetschau und Cottbus ist zwar ausgeschildert, aber gar nicht vorhanden.
Die Baustelle auf der A 15 zwischen Vetschau und Cottbus ist zwar ausgeschildert, aber gar nicht vorhanden. FOTO: LR / Daniel Preikschat
WELZOW/Vetschau. Welzower Firma ist auf Autobahn von Vetschau nach Cottbus schon fünf Wochen im Verzug.

Seit fünf Wochen fließt der Verkehr auf der Autobahn zwischen Vetschau und Cottbus maximal mit Tempo 80. Längst sollte eine Firma aus Welzow im Spree-Neiße-Kreis damit beginnen, den Asphalt zu erneuern. Nur die Absperrung für die Baustelle steht bereits.

Doch Autofahrer müssen sich weiter in Geduld üben. Zwar haben die Mitarbeiter des Landesministeriums für Infrastruktur bereits vergangene Woche angeordnet, dass die Geisterbaustelle bis auf zwei kleinere Abschnitte verschwinden soll. Doch wie Pressesprecher Steffen Streu mitteilt, benötigt die beauftragte Firma „noch etwas Zeit“, um diese Anordnung in die Tat umzusetzen. Das Unternehmen, auch in anderen Landesteilen für Verkehrssicherung zuständig, habe nicht die Kapazität, von einem auf den anderen Tag zu reagieren. Das Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn zwischen Vetschau und Cottbus soll sich nach dem Entfernen der Baustelle nur noch auf zwei Abschnitte beschränken.

Ursprünglich hatte die Straßen- und Tiefbau Welzow GmbH den Auftrag erhalten, die Fahrbahn zu erneuern. Doch obwohl die Arbeiten schon im Juni beginnen sollten, waren die Mitarbeiter des Welzower Unternehmens nicht auf der Baustelle erschienen. Nach Angaben des Ministeriums soll nun eine neue Firma den Auftrag übernehmen. Die Straßen- und Tiefbau Welzow GmbH teilt mit, sie äußere sich nicht „zu den sehr vielschichtigen und komplexen Vorgängen zwischen dem Auftraggeber und uns“.

Rainer Genilke, Sprecher für Infrastruktur und Verkehr in der CDU-Fraktion des Landtags, forderte bereits vor 14 Tagen: Wenn die Baustelle weiter verwaist bleibe, müsste der Vertrag mit der Firma aus Welzow gekündigt werden. Er wolle endlich Vollzug sehen.“ So verlangt er, dass die Firma die Absperrungen wieder entfernt, insofern sie die Arbeit nicht fortsetzen kann. „Dann wird zwar eine neue Ausschreibung nötig“, sagt Rainer Genilke. „Aber es kann ja nicht sein, dass wir den ganzen Sommer mit 80 Stundenkilometer diese eingerichtete Baustelle entlangfahren, auf der nichts passiert.“ Das brandenburgische Verkehrsministerium sei in der Pflicht, eine Entscheidung zu treffen – auch wenn das Entfernen der Absperrung erneut Geld koste. So plädiert Rainer Genilke dafür, im Ernstfall Schadenersatz von der Firma zu fordern. Schließlich sei es „ein unhaltbarer Zustand, wie mangelhaft Cottbus derzeit mit Berlin verbunden ist“.

Laut einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 passierten 22 300 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden den Abschnitt der Autobahn zwischen Vetschau und Cottbus-West. Der Anteil von Lastkraftwagen lag bei 18 bis 19 Prozent. Zum Vergleich: Die Bundesstraße zwischen Cottbus und Spremberg beispielsweise verzeichnet nicht einmal die Hälfte dieses Verkehrsstroms.

Die Welzower Firma beschäftigt nach eigenen Angaben ungefähr 70 Mitarbeiter. Zu ihren Geschäftsfeldern zählen der Bau von Straßen und Autobahnen, der Einbau von Asphalt und Tiefbauarbeiten. Zudem nahm die Firma bereits Erdarbeiten für Firmen wie die Lausitz Energie Bergbau AG und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft vor. Bis 2016 gehörte die Straßen- und Tiefbau Welzow GmbH zur Unternehmensgruppe Nowotnick. 2017 wechselte sie zur Aronco-Gruppe, zu deren Referenzen das Sichern der Böschung am künftigen Klinger See zählt.

Gleich nach der Autobahnauffahrt in Vetschau steht wegen der Baustelle nur noch eine Spur zur Verfügung. Doch sichtbare Arbeiten haben bislang nicht begonnen.
Gleich nach der Autobahnauffahrt in Vetschau steht wegen der Baustelle nur noch eine Spur zur Verfügung. Doch sichtbare Arbeiten haben bislang nicht begonnen. FOTO: LR / René Wappler