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| 08:42 Uhr

Lübbenau
Spreewelten unter Investitionsdruck

Deutlich erweitert und aufgewertet wird derzeit das Angebot der Spreewelten mit Erlebnisbad und Saunalandschaft.
Deutlich erweitert und aufgewertet wird derzeit das Angebot der Spreewelten mit Erlebnisbad und Saunalandschaft. FOTO: Spreewelten GmbH
Lübbenau. Geschäftsführer begründet Ausbau-Bedarf – und künftig höheren Eintritt.

Mindestens noch bis Ende September werden sich im und rund ums Spreeweltenbad in Lübbenau nicht die Gäste vergnügen, sondern Handwerker und Baufachleute viel zu tun haben. 11,5 Millionen Euro, sagte Spreewelten-Geschäftsführer Michael Jakobs kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung, werden investiert, um das Bad deutlich attraktiver zu machen.

Jakobs betonte in seinem Vortrag, dass aus seiner Sicht dieser finanzielle Kraftakt ein Muss ist, kein Kann. Er verwies dabei auf die zuletzt stagnierenden Gästezahlen. 2017 kamen 242 481 Besucher ins Bad beziehungsweise in die Saunalandschaft, 2016 waren es 267 147 und im Jahr davor 260 843. Wird die Freizeitanlage nicht aufgewertet, könne die Zahl der Besucher nicht mehr gesteigert werden. Mehr noch: „Es könnte langsam abwärts gehen“, wurde Jakobs deutlich. Wobei sich diese Beschreibung auch auf die Pacht beziehen könnte, die von der Spreewelten GmbH bisher jährlich an die Stadt Lübbenau abgeführt werden konnte. Rund eine halbe Million Euro. Die Betreibung der meisten anderen Bäder in kommunaler Hand sei ein Verlustgeschäft, merkte Jakobs an.

Mit einem deutlich vergrößerten Außenbereich für Gäste und Pinguine indes, die dank des Einbaus großer Scheiben besser beobachtet werden können, mit dem neuen Kleinkinderbereich und der Digital-Rutsche werde das Spreeweltenbad einen deutlichen Attraktivitätsschub bekommen, ist der Geschäftsführer überzeugt. Freilich, das sagte Jakobs ebenfalls deutlich und beantwortete damit zugleich eine Anfrage der Fraktion der Linken in der Stadtverordnetenversammlung, müssten in der Folge auch die Preise nach der Wiedereröffnung angehoben werden. Im Durchschnitt etwa zwei Euro mehr Eintritt sind zu entrichten als bisher. Und nein, für die einheimischen Lübbenauer könne man es nicht günstiger machen, sagte Jakobs und verwies auf Gleichbehandlungsgesetz und Diskriminierungsverbot.

Allerdings könnten die Spreewaldstädter wahrscheinlich mehr von den vergünstigten Tarifen profitieren als auswärtige Gäste. Jakobs zählte Kleinkindertag, Feierabendta-
rif und Preisnachlass gegen Vorlage der Spreewieselcard auf. Hinzu kommen Aktionen etwa in den Ferien meist speziell für Kinder, die günstiger oder auch mal umsonst ins Bad dürfen. Zu bedenken sei ferner, so der Geschäftsführer, der vergleichsweise günstige Eintrittspreis für das Delphinbad mit Sportschwimmerbecken. Vier Euro zahlen Gäste hier für zwei Stunden Aufenthalt.

Im Februar vergangenen Jahres hatten die Spreewelten noch einen erfreulichen Anstieg der Besucherzahlen im Jahr 2016 gegenüber 2015 verkünden dürfen. Nur für den Sauna-Bereich sei ein leichtes Minus von 2,3 Prozent zu verzeichnen gewesen. Wobei dies jedoch bundesweit ein Trend sei, hieß es.

Damals zeigten sich Geschäftsführer Michael Jakobs und Badleiter Axel Kopsch noch zuversichtlich, 2017 ein ähnlich gutes Ergebnis erreichen zu können. Allerdings musste im vergangenen Jahr das Bad wegen Dacharbeiten bereits eine Woche schließen.