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| 18:09 Uhr

Sprachbildung
Spiel und Spaß und Sprache – Kita erweitert Angebot

Speisenplan in der Kita „Spiel und Spaß“ in der Lübbenauer Neustadt. Die Kinder können sehen und lesen, was es gibt.
Speisenplan in der Kita „Spiel und Spaß“ in der Lübbenauer Neustadt. Die Kinder können sehen und lesen, was es gibt. FOTO: Kindertagesstätte Spiel und Spaß
Lübbenau. Einrichtung in der Lübbenauer Neustadt will Kindern mehr Sprachgefühl vermitteln, offenbar mit Erfolg. Von Daniel Preikschat

„Das müsste es in jeder Kita geben.“ „Es wäre schade, wenn wir das nicht fortführen könnten.“ Durchweg positiv, ja nahezu euphorisch waren kürzlich die Reaktionen von Abgeordneten und Vertretern der Stadtverwaltung auf einen Bericht der Fachkraft für Sprache und Bildung in der Kindertagesstätte „Spiel und Spaß“ in der Lübbenauer Neustadt.

Gabriele Graf darf, vom Bund entsprechend gefördert, 19,5 Stunden die Woche dafür nutzen, bessere sprachliche Bildungsangebote für die Kinder im Tagesablauf der Kita zu integrieren. So steht es, etwas akademisch formuliert, auch im Flyer des Bundesministeriums. 400 Millionen Euro werden dafür investiert, bundesweit insgesamt bis zu 4000 Fachkraftstellen geschaffen. Allein im Schulamt Cottbus beteiligen sich 17 Einrichtungen, unter anderem auch in Vetschau und Calau. Programm-Laufzeit: Anfang 2016 bis Ende 2019.

Was man sich konkret in der Lübbenauer Kindertagesstätte bisher hat einfallen lassen, um bei den Kindern früh ein Sprachgefühl zu entwickeln, schilderte die Pädagogin im Ausschuss anschaulich. Beispielsweise arbeitet man gezielt mit Beschriftung und Fotos. Auf Spielzeugfächern steht groß, was darin zu finden ist. Der Speisenplan für die Woche zeigt auf Fotos Gulasch, Nudelsuppe oder Putenschnitzel mit dazugehörigen Namen. Ereignisse in der Kita und gemeinsame Erlebnisse werden ebenfalls fotografiert und die Aufnahmen in Augenhöhe der Kinder an die Wände gebracht. Das rege die Kleinen zum Miteinander-Sprechen an. Sprache zu Gehör gebracht wird unter anderem nun auch an Vorlesetagen mit der Oma.

Wichtig zu erwähnen für Gabriele Graf war auch die gemeinsame Arbeit im Erzieher-Team und mit den Eltern an der Sprachbildung, die Fortbildungen und der Austausch mit den anderen Fachkräften. Beispielsweise beteiligt sich auch die Lübbenauer Kindertagesstätte der AWO „Diesterweg“ an der Initiative, die der stellvertretende Lübbenauer Bürgermeister Rainer Schamberg für ganz wichtig hält. Man müsse sich nichts vormachen, sagte er. Es werde in vielen Familien mit den Kindern nicht genug geredet aufgrund der Ablenkung durch die neuen Medien. Sprache verkümmere zusehends. In der Stadtverwaltung überlege man daher, wie Sprachbildung in den Einrichtungen nachhaltig integriert werden kann. In den Einstellungsgesprächen würden entsprechende Qualifizierungen der Bewerber berücksichtigt. Schamberg sieht aber auch Bund und Land in der Pflicht. Die Novellierung des Kitagesetzes biete Gelegenheit, Sprachbildung mehr in den Fokus zu schieben.