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| 16:26 Uhr

Saßleben
Von der Garage ins Depot

Beim Richtfest des neuen Feuerwehrdepots musste der Calauer Bürgermeister aufs Dach steigen. Werner Suchner (parteilos) wurde die Ehre zu Teil, den letzten Nagel in einen Dachbalken zu schlagen.
Beim Richtfest des neuen Feuerwehrdepots musste der Calauer Bürgermeister aufs Dach steigen. Werner Suchner (parteilos) wurde die Ehre zu Teil, den letzten Nagel in einen Dachbalken zu schlagen. FOTO: LR / Stephan Meyer
Saßleben. Ende 2018 darf die Saßlebener Feuerwehr in ein neues Haus einziehen. Von Stephan Meyer

Die Bedingungen für die Einsätze der Saßlebener Ortsfeuerwehr verbessern sich nicht nur, sagt Ortswehrführer Alexander Schielmann. Jetzt könne man überhaupt erst von Bedingungen sprechen. Schielmann meint damit das neue Feuerwehrfahrzeug, das die Ortswehr Anfang April erhielt, sowie das neue Feuerwehrdepot, das Ende diesen Jahres fertiggestellt werden soll. Am Freitag wurde in Saßleben Richtfest für das Gebäude gefeiert.

Das Gerätehaus, welches aktuell noch im Einsatz ist, ist nur eine Garage. Eine Umkleidemöglichkeit haben die Kameraden der Ortsfeuerwehr dort nicht. Und das Spritzenhaus befindet sich auch nicht auf dem Gelände. Das wird sich bald ändern. Ende Oktober, Anfang November soll das neue, im Bau befindliche, Feuerwehrhaus den Kameraden übergeben werden. Darüber hinaus schließt sich dem Depot ein Gemeinderaum an.

Eine Instandsetzung des alten Gerätehauses kam nicht mehr in Frage, sagt Schielmann. „Das war ja kein Zustand mehr.“ Vor dem Einfahren des Feuerwehrfahrzeugs mussten immer die Spiegel eingeklappt werden, damit es überhaupt dort rein passte. Drinnen sei alles verrußt und auch das Dach sei schon einmal herunter gekommen.

Dass Saßleben einen Neubau sowie ein neues Feuerwehrfahrzeug erhält, wurde bereits im Februar 2016 von den Calauer Stadtverordneten beschlossen. Für die Bauarbeiten des Gerätedepots wurde mit Gesamtkosten in Höhe von rund 604 000 Euro und mit Fördermitteln von 195 000 Euro kalkuliert. Etwa 270 000 Euro teuer ist das neue Fahrzeug. So ganz konnte der Finanzierungsplan jedoch nicht eingehalten werden. Laut Werner Suchner, Bürgermeister der Stadt Calau (parteillos), werden die Baukosten aktuell auf 710 000 Euro geschätzt. Der Versuch, Fördermittel zu akquirieren, habe sich zudem schwierig gestaltet. Drei Mal musste ein Antrag für das Leader-Förderprogramm der Europäischen Union eingereicht werden, bevor Gelder in Höhe von 188 654 Euro bewilligt wurden. Das Programm fördert Entwicklungen im ländlichen Raum.

Aktuell verfügt die Saßlebener Ortsfeuerwehr über circa 35 aktive Kameraden, teilt Ortswehrführer Alexander Schielmann mit. Damit seien sie, im Vergleich zu anderen Ortsteilen, gut aufgestellt. Aufgrund mangelnder technischer Ausrüstung wurden sie bisher selten zu Einsätzen gerufen. Das habe sich mit dem neuen Fahrzeug bereits geändert, so Schielmann. Die Ortswehr wurde in diesem Jahr zu vier Einsätzen gerufen. Die Kameraden unterstützten eine Rettungsaktion, bei der Personen aus einem Zug befreit werden mussten. Auch Brandbekämpfungs- und Tierrettungseinsätze waren dabei. Der Ortswehrführer hofft, dass die neue Ausstattung und das neue Depot die Ortsfeuerwehr für die Jugend attraktiver macht und die Zahl der Kameraden steigt. Zudem werden die Saßlebener Kameraden nun von der Freiwilligen Feuerwehr Kalkwitz unterstützt. Die Kameraden aus dem Gemeindeteil Saßlebens dürfen in Zukunft das Feuerwehrhaus sowie den Gemeinderaum mitnutzen.

Die Calauer Ortsteile Werchow und Zinnitz hatten in Vorjahren bereits eine Modernisierung erfahren. Nun zieht Saßleben nach. Doch es gibt weitere Ortsfeuerwehren, die eine neue Ausstattung benötigen, weiß der Calauer Stadtwehrführer André Dreßler. Er arbeitet aktuell an einer Gefahren- und Risikoanalyse mit einer Brandschutzbedarfsplanung. „Die soll festlegen, was wir in den nächsten Jahren brauchen und was modernisiert werden muss.“ Mit den Ortsbürgermeistern, der Verwaltung und den Ortswehrführern möchte er sich dazu beraten und eine Prioritätenliste vorschlagen, die festlegt, in welcher Reihenfolge wo modernisiert werden muss. „Wenn der Plan fertig ist, wollen wir ihn der Stadtverordnetenversammlung vorlegen.“ Das soll im September passieren. Im  November wird dann der Haushaltsplan für die nächsten Jahre festgelegt.