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| 13:07 Uhr

Spreewald-Cup
Radden besiegt Olympiasieger

In ihrem Wohnzimmer ließen die Feuerwehrsportler aus Klein Radden nichts anbrennen. Zum insgesamt achten Mal und fünften Mal in Folge sicherten sich die Männer vor Stücken (Potsdam Mittelmark) und den starken Feuerwehrleuten aus dem benachbarten Zerkwitz den Spreewald-Cup.
In ihrem Wohnzimmer ließen die Feuerwehrsportler aus Klein Radden nichts anbrennen. Zum insgesamt achten Mal und fünften Mal in Folge sicherten sich die Männer vor Stücken (Potsdam Mittelmark) und den starken Feuerwehrleuten aus dem benachbarten Zerkwitz den Spreewald-Cup. FOTO: Uwe Hegewald
Klein Radden. Feuerwehrsport-Mannschaft holt sich zum fünften Mal in Folge den Spreewald-Cup. Von Uwe Hegewald

Christian Pätzold ist die Freude ins Gesicht geschrieben. „Ich bin mehr als zufrieden. Im Gegensatz zum Training ist es super gelaufen. Was will man mehr“, fasst der Feuerwehrsportler aus Terpt (LDS) seine Glücksmomente zusammen. Sein Heimatdorf liegt nur wenige Schlauchlängen von Klein Radden entfernt, wo der 27-Jährige am Samstag Feuerwehrgeschichte geschrieben hat. Mit der gastgebenden Mannschaft des Spreewald-Cups gelang der „blonden Schrankwand“ der Pokalsieg und zudem ein beeindruckendes Comeback.

„Bei der WM 2016 in Ostrava (Tschechien) hatte ich mir einen Kreuzbandriss zugezogen und musste fast zwei Jahre pausieren“, so Pätzold nach dem Klein-Raddener Fabellauf. Mit 21:06 Sekunden verbessern die Titelverteidiger noch einmal ihre Zeit aus dem ersten Lauf (21:21). „Wir werden alles daransetzen, den Pokal zu verteidigen. Es wäre das fünfte Mal in Folge und das achte Mal bei diesem Wettbewerb, der seit 2008 ausgetragen wird“, hatte Klein Raddens Team-Chef Roberto Mrose Stunden zuvor noch die Zielvorgabe formuliert.

Eine durchaus ambitionierte Zielvorgabe, gehen doch bei den 14 Männermannschaften des 11. Spreewald-Cups ehemalige Landesmeister, mehrfache Kreismeister und mit den Feuerwehrsportlern aus Märkisch Oderland die amtierenden Olympiasieger an den Start. „Die sind nicht nur für eine Platzierung hierher gekommen. Die wollen hier auch gewinnen“, prophezeit Manfred Mrose einen „spannenden Wettbewerb“.

Bei der Eröffnungsrede steht der Ortswehrführer an der Seite von Roswitha Schier etwas verlassen auf dem Platz. Die CDU-Landtagsabgeordnete ist am Samstag die einzige Politikerin, die den Feuerwehrsportlern ihre verdiente Wertschätzung entgegenbringt. Dass auch der Kreisfeuerwehrverband (KFV) OSL mit Abwesenheit glänzt, stellt sich glücklicherweise als Irrtum dar. KFV-Vorsitzender Sebastian Lehmann ist als Aktiver für die Freiwillige Feuerwehr  Gahlen im Teilnehmerfeld auszumachen. Moderiert wird der Wettbewerb von Hartmut Laucks, dem es mit Bravour gelingt, Premieren-Mannschaften mit Vorschusslorbeeren zu bedenken. „Zerkwitz hat mit den Fire-Ladys wieder eine Frauenmannschaft – was für ein Ereignis“, so der Mikrofonmann. Auch Ragow delegiert erstmals seine 2017 gegründete Frauenstaffel. Dem „Team Lausitz“ können die Newcomer jedoch nicht das (Lösch-)Wasser reichen. In beachtlichen 24:98 Sekunden stellt das gemischte Team mit Starterinnen aus den Landkreisen OSL, EE, SPN und CB eine neue Bestzeit auf und verteidigt den Titel. „Das haben wir uns gewünscht und gehofft. Der Löschangriff nass ist uns die liebste Disziplin im Feuerwehrsport“, fasst Teamsprecherin Nicole Paulick zusammen. Als die amtierenden Vize-Olympiasiegerinnen bereits ihren Siegertrunk schlürfen, gilt es für die Raddener die Konzentration aufrecht zu halten. „Der erste Lauf war ein Sicherheitslauf. Beim zweiten Durchgang wollen wir angreifen“, kündigt Roberto Mrose an. Wie der wieder genesene  Christian Pätzold hat er mit seinem Strahlrohr die weiteste Distanz zurückzulegen. Pfeilschnell zieht es das Duo zu den Zieleinrichtungen. 21:06 Sekunden nachdem Hauptkampfrichter Egon Schneider seinen Startschuss abfeuert, bleibt die digitale Zeitnahme stehen. Jubel hallt durch das Wettkampfgelände hinter dem Raddener Dorfteich. Team, Dorfbewohner, Fans und Familienmitglieder umarmen sich.

Und Christian Pätzold? Der darf nach seiner monatelangen Zwangspause auch noch den Preis für die schnellste Einzelzeit in Empfang nehmen. Bei den Frauen ist es Anja Aldermann (Forst-Horno) vom Team Lausitz. In der Frauen-Mannschaftswertung spurtet Groß Lübbenau hinter Trebendorf  auf den Bronzerang.