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| 17:18 Uhr

Blut im Rathaus
Premiere – im Lübbenauer Rathaus fließt Blut

„Wiederholungstäter“ Helmut Wenzel (r.) und Uwe Pielenz, Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher, sind erfahrene Blutspender.
„Wiederholungstäter“ Helmut Wenzel (r.) und Uwe Pielenz, Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher, sind erfahrene Blutspender. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Bürgermeister und Stadtverordneten-Chef spenden. Von Daniel Preikschat

In den Stadtverordnetensitzungen im Lübbenauer Rathaus sitzen sie immer nebeneinander, am Donnerstag lagen sie dort nebeneinander. Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) und Stadtverordnetenvorsteher Uwe Pielenz (SPD) haben sich von DRK-Mitarbeitern Blut abnehmen lassen. Es muss wohl kaum erwähnt werden, dass beide die gleiche Blutgruppe haben: 0 positiv.

Auch das eigene Leben, oder das von nahen Angehörigen, muss vielleicht irgendwann einmal durch Blutspenden gerettet werden. So begründeten Pielenz und Wenzel, warum sie sich ein Quantum dieses ganz besonderes Saftes abzapfen ließen. Hinzu kam, dass sie es nicht weit hatten. Pielenz musste von seinem Geschäft nur über den Kirchplatz gehen, Wenzel die Treppe runter. Beide spenden bereits seit Jahren immer mal wieder. Für den Bürgermeister war es am Donnerstag die zehnte Blutspende. Wofür er eine Ehrennadel ausgehändigt bekam. Jeder Spender bekam außerdem Imbisstüte und Tragetasche als kleine Aufmerksamkeit. Darunter auch einige Rathaus-Mitarbeiter, die sonst woanders Blut spenden und dabei 45 Minuten ihrer Zeit opfern.

Wie es in einer Pressemitteilung des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost heißt, können mit einem halben Liter entnommenen Bluts drei Präparate gewonnen werden, entsprechend kann bis zu drei Patienten geholfen werden. Gerade in den Sommermonaten jedoch, hieß es vom DRK-Personal im Rathaus, lasse die Spendenbereitschaft nach. Sie sei aber auch sonst nicht sonderlich hoch. Lediglich drei Prozent der Deutschen ließen sich Blut abnehmen. Doch allein in Berlin und Brandenburg werden täglich 650 Blutspenden benötigt, um den Bedarf zu decken. In den Kliniken und medizinischen Versorgungszentren rette das Arzneimittel oft Leben. Es werde an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr dort angeliefert.

Daher könne man es nur begrüßen, wenn ein Bürgermeister mit gutem Beispiel vorangehe. Die DRK-Anfrage sei auch gleich positiv von der Lübbenauer Stadtverwaltung beschieden worden. Das Rathaus liege zentral in der Altstadt, Parkplätze seien vorhanden, man komme gern wieder.