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| 16:35 Uhr

Anspruchsvolles, künstlerisches Programm
Kinder demonstrieren Verbundenheit mit dem Spreewald

Die Radduscher Trachtenjugend stellt ihr Sagenprojekt vor. Lutki und Co. waren auf großformatigen Malereien in Szene gesetzt. Anschaulich waren auch die Erläuterungen der Jugendlichen dazu.
Die Radduscher Trachtenjugend stellt ihr Sagenprojekt vor. Lutki und Co. waren auf großformatigen Malereien in Szene gesetzt. Anschaulich waren auch die Erläuterungen der Jugendlichen dazu. FOTO: Peter Becker
Raddusch. Tänze, Lieder, Malereien, Trödelmarkt, Konzert und viel Spaß beim 20. Hafenfest in Raddusch.

Punkt elf Uhr hauten die Welzower Blasmusikanten auf die Pauke. Keine fünf Minuten später war die Tanzfläche im Radduscher Hafen gefüllt, teils von mitgereisten Fans der Musiker, teils auch von den zahlreich im Ort anwesenden Urlaubern. Viele hatten das lange Wochenende für einen Kurzurlaub im Spreewald genutzt und nahmen das Angebot zu einem Vormittagstanz gern an.

Die Radduscher selbst waren noch zu sehr beschäftigt, um schon zu dieser Zeit zu tanzen: die einen brachten Kuchenbleche in den Hafen, die anderen legten noch die letzte Hand an, wieder andere legten sich daheim ins Zeug, um rechtzeitig zum Nachmittagsprogramm erscheinen zu können. Der Auftritt der jüngsten Radduscher gehörte zu den Höhepunkten, die weder Oma, Opa noch Anverwandte verpassen wollten. Die Kindereinrichtung ist für ihr engagiertes Witaj-Projekt bekannt. Hier lernen Kinder im Alltag den Gebrauch der sorbischen/wendischen Sprache und die Lieder und Tänze der slawischen Vorfahren. Entsprechend war auch das Bühnenprogramm angelegt: Die Kleinen erschienen in Tracht oder in der Gestalt von Sagen- und Tierfiguren. Sie zeigten die Verbundenheit der Menschen mit ihrer Umgebung, ihr Zusammenleben mit der Natur. Frosch, Storch, Fuchs und Gans standen dabei im Mittelpunkt. Ganz vorn unter den Solisten dabei, die fünfjährige Johanna Verst, der die Bühne sichtlich Spaß bereitete. Die Jugendgruppe des Radduscher Heimat- und Trachtenvereins unter der Leitung von Sandy Kalz zeigten Polka- und Rheinländer sowie den Bändertanz. Moderator Manfred Kliche führte durch das Programm, assistiert von der Heimatvereinsvorsitzenden Stephanie Buchan. Sie erläuterte den Gästen die Besonderheit der Radduscher Tracht, zu der am auffälligsten der perlenbestückte Gürtel gehört. Diana und Jürgen Kolosser, Camilla Trautmann und Kay Ackermann sowie Anita Zeitschel zeigten das eine oder andere Detail auf und unter der Tracht.

Ganz neu ins Bühnenprogramm hatten die Radduscher die Spreewaldsagen aufgenommen: Jürgen Kolosser hatte großformatige Schilder mit Sagendarstellungen anfertigen lassen, zu denen entsprechende Erläuterungen folgten. Aus allen war die Liebe und Verbundenheit der Spreewälder zu ihrer Geschichte zu entnehmen. Jessica Kröber brachte es in einem Gedicht auf den Punkt: „Lieber Spreewald, ändere dich nicht, auch nicht durch Menschenversagen.“

Mit dem Kahnfahrerlied war die Überleitung zur Rudelübergabe gegeben. Aus den Händen von Stephanie Buchan übernahm Kahnfährvereinsvorsitzender Detlef Mecke das geschmückte Rudel, symbolisch für die Saisoneröffnung stehend. „Ohne die zahlreichen Helfer aus den Vereinen wäre solch ein Fest nicht zu stemmen gewesen. Ich habe viel Unterstützung bekommen“, sagte der dankbare Vereinschef.

Das Hafengelände war sehr gut mit Ausstellern und Händlern gefüllt. Besonders der 1. Trödelmarkt, welcher zukünftig zu jedem Hafenfest gehören soll, lockte zahlreiche Besucher an. Wer wollte, konnte sich auch im Kahnstechen versuchen – eine sehr feuchte Angelegenheit, denn jeweils zwei Paare mussten im gleichen Kahn sitzend in entgegengesetzte Richtungen paddeln.

Etwas abseits vom bunten Treiben gestaltete der Cottbuser Künstler Martin Jainz auf Initiative des Radduscher Kunstvereins die Hochwasserschutzwand, die unansehnlich geworden war und nun mit Spreewaldsymbolik geschmückt ist.

Wie es sich für ein von den Radduschern selbst organisiertes Fest gehört, lud folglich auch eine Radduscher Band zum abendlichen Tanz ein: Cartouche Noir, mit Sängerin Petra Leprich, führte die Tanzlustigen durch Jahrzehnte Rockgeschichte in den sommerlichen Maienabend.