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Schulplanung
Jenaplanschule zieht wieder um

Kindern, Lehrern und Erziehern der Jenaplanschule in Lübbenau steht ein Umzug von der Poststraße in die Neustadt bevor. Dort war die Schule früher bereits in verschiedenen Gebäuden untergebracht gewesen. Einen Umzugstermin gibt es derzeit allerdings noch nicht.
Kindern, Lehrern und Erziehern der Jenaplanschule in Lübbenau steht ein Umzug von der Poststraße in die Neustadt bevor. Dort war die Schule früher bereits in verschiedenen Gebäuden untergebracht gewesen. Einen Umzugstermin gibt es derzeit allerdings noch nicht. FOTO: Daniel Preikschat / LR
Lübbenau. Abgeordnete legen sich auf Variante für die Schulentwicklungsplan in Lübbenau fest.

Im September feierten Kinder, Eltern, Lehrer, Erzieher und Unterstützer noch den  25. Geburtstag der Jenaplanschule. In der Aula sagte Mitbegründerin Sonnhild Bockenheimer vor versammelter Festgesellschaft: „Ich denke, hier bleiben wir die nächsten 100 Jahre.“ Das hörten damals auch Bürgermeister Helmut Wenzel und sein Stellvertreter Rainer Schamberg. Ob sie damals schon Zweifel hatten?

Seit Mittwoch steht fest, dass sich der Wunsch von Sonnhild Bockenheimer nicht erfüllt. Die Stadtverordneten haben einstimmig den nun bereits vierten Umzug der Jenaplanschule beschlossen. Die Einrichtung mit dem besonderen pädagogischen Profil und einem Schüler-Einzugsbereich weit über die Grenzen Lübbenaus hinaus, hatte in ihrer 25-jährigen Geschichte Gebäude nachgenutzt, in denen zuvor Hort, Kita, Grundschule und Realschule untergebracht waren.

Nun also geht es in das ehemalige, jetzt leer stehende Oberstufenzentrum (OSZ) am Rande der Neustadt, das der Landkreis der Stadt Lübbenau verkauft. „Ein Drama“ für die Schule, räumte Linken-Fraktionschef Thomas Fron ein. Doch wird es wohl der letzte Umzug für die Schule sein, die in der Richard-Wagner-Straße gute Voraussetzungen vorfinden dürfte, wie Reinhard Mich von der AWG sagte. Gute Voraussetzungen für die Jenaplanschule zu schaffen, ist auch der Lübbenauer SPD ganz wichtig. Sie hat deshalb eigens einen Antrag formuliert, laut dem die Stadt dafür Sorge zu tragen hat. Aus Sicht von Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) hätte es dieses Antrags zwar nicht bedurft. Denn das verstehe sich von selbst. Probleme habe er mit dem Antrag aber auch nicht. Was auch für die die anderen Stadtverordneten galt, die ihn dann beschlossen.

Christina Balke, Vorsitzende der CDU-Fraktion, und auch Holger Bartsch erinnerten an das Frühjahr diesen Jahres. Bereits damals sei die Diskussion so weit fortgeschritten gewesen, dass man diesen Beschluss zur Schulentwicklungsplanung hätte fassen können. Weil von Seiten der Stadtverwaltung danach aber ein Umzug der Altstadt-Regelgrundschule Traugott-Hirschberger in die Neustadt favorisiert wurde, gründete sich damals eine Bürgerinitiative. Sie brachte den Antrag auf den Weg, beide Grundschulen der Altstadt, Jenaplanhaus und Traugott-Hirschberger, zu erhalten. Kurze Wege für kurze Beine müsse das Ziel sein, hieß es.

Auch über diesen Antrag stimmten die Stadtverordneten am Mittwoch ab. Er wurde abgelehnt. Jedoch waren die Abgeordneten der Meinung, dennoch dem Hauptanliegen der über 1000 Bürger, die den Antrag unterschrieben haben, zu entsprechen. Denn die Traugott-Hirschberger-Grundschule bleibe ja nun der Altstadt erhalten. Sie werde künftig sogar zwei Klassen pro Jahrgangsstufe aufnehmen können statt nur eine Klasse. Möglich macht diese Zweizügigkeit eben der Umzug der Jenaplanschule, die das Jenaplanhaus in der Poststraße der direkt benachbarten Hirschbergerschule zur Nutzung überlässt. Damit wiederum könne in der Neustadt-Grundschule Werner-Seelenbinder, seit Jahren hart am Rande ihrer Raum-Kapazitäten, künftig ebenfalls zweizügig unterrichtet werden. Derzeit drängen sich dort drei Klassen pro Jahrgangsstufe in die Unterrichtsräume und vor dem Gebäude musste die Stadt bereits einen Raumcontainer errichten lassen.

Wann die Jenaplanlehrer und –schüler umziehen, steht noch nicht fest. Nicht einmal auf ein Jahr lasse sich die Stadtverwaltung festlegen, so Rathaus-Sprecherin Mandy Kunze. Es gebe viel Abstimmungs- und Planungsbedarf. Fest steht, dass dabei die Jenaplanschule beteiligt wird.