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| 07:20 Uhr

Neuheit auf Calaus Straßen
Calauer fahren ab sofort Rikscha

Ab sofort bietet die AWO in Calau eine Rikscha für mobilitätseingeschränkte und demente Bürger an. Wolfgang Luplow, Geschäftsführer des AWO-Regionalverbandes Brandenburg Süd (r.), hat mit dem Calauer Bürgermeister Werner Suchner am Dienstag die Jungfernfahrt unternommen.
Ab sofort bietet die AWO in Calau eine Rikscha für mobilitätseingeschränkte und demente Bürger an. Wolfgang Luplow, Geschäftsführer des AWO-Regionalverbandes Brandenburg Süd (r.), hat mit dem Calauer Bürgermeister Werner Suchner am Dienstag die Jungfernfahrt unternommen. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau. Neues und umweltfreundliches Angebot der AWO für mobilitätseingeschränkte Bürger. Von Rüdiger Hofmann

Es regnet in Strömen, der Himmel ist grau, aber auf Calaus Marktplatz fällt ein rot-schwarzes Gefährt mit drei Rädern auf. „Ich habe bequem gesessen und hatte ein gutes Gefühl. Alles war super“, sagt Helene Miethke und steigt aus der Rikscha. Die Rentnerin ist eine der ersten, die das neue Angebot der AWO am Dienstag in der Calauer Innenstadt testet. Gefahren wurde sie von Alexander Krüger, einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des AWO Regionalverbands Brandenburg Süd. „Es fährt sich leicht, nur um die Kurven ist es noch etwas gewöhnungsbedürftig. Und dass man vorne zwei und hinten ein Rad zur Verfügung hat“, sagt Krüger. Sobald man in die Pedalen tritt, schaltet sich zum Akku ein Motor hinzu, was das Fahren erleichtert. Sitzen können zwei Personen in der Rikscha, die sich auch anschnallen können. Bei schlechtem Wetter – wie an diesem Tage – kann eine Überdachung über den Kopf gezogen werden.

Kurz zuvor hatte Wolfgang Luplow, Geschäftsführer des AWO Regionalverbandes Brandenburg, den Calauer Bürgermeister Werner Suchner persönlich mit dieser Neuheit vom Rathaus abgeholt, um mit ihm eine Runde über den Markt zu drehen. „Es war eine angenehme Jungfernfahrt“, sagt Werner Suchner im Nachhinein. Man sitzt sehr gefedert und kann außerdem mit dem Fahrer kommunizieren.“ Anschließend ging es in das AWO Büro „Calauer Mitte“, wo die Rikscha interessierten Bürgern vorgestellt wurde.

„Wir wollen mit der Rikscha Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz die Möglichkeit bieten, Ausflüge und Erledigungen auf umweltfreundliche Weise zu bewältigen“, sagt Luplow. Das können gehbehinderte Bürger sein, aber auch demente Personen, die nicht mehr wissen, an welchen Orten sie ihre Einkäufe zu tätigen haben. Durch Calaus Innenstadt befördert werden sie dann von den ehrenamtlichen Helfern des AWO-Büros.

Vor dem Büro in der Schlossstraße finden sich immer mehr Interessenten ein. Überwiegend ältere Leute. Der eine oder andere lässt sich chauffieren. Da kann auch der Regen nicht abschrecken. „Die Reichweite einer Rikscha ist für etwa einen Tag vorgesehen, dann muss der Akku wieder aufgeladen werden“, erklärt Wolfgang Luplow. Das ist direkt im Büro „Calauer Mitte“ möglich. Produziert wird das von der AWO erworbene Gefährt in Dänemark, vertrieben wird es in Berlin, wo der Markt für solche Fortbewegungsmittel bereits ausgebaut ist. Die Rikscha ist zertifiziert, ein offizielles Dekra-Gutachten liegt vor. „Die Anschaffungskosten liegen bei mehr als 5000 Euro“, sagt Wolfgang Luplow. Sie wurde über Spenden und Vereinsmittel finanziert. „Wir würden gerne aufstocken, benötigen dafür weitere Sponsoren“, hofft der Geschäftsführer bald auf einen höheren Bekanntheitsgrad und entsprechende Nachfrage. Bislang leistet sich die AWO eins dieser Mobile.

Für das Fahren ist keine besondere Genehmigung erforderlich. Auch das Parken in der Stadt ist problemlos möglich. Eine Rikscha gilt hier wie ein Fahrrad. Aber sicher aufsehenerregender – schon allein durch die markante Farbe.