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| 16:30 Uhr

Angebote noch bis August möglich
Bahnhof Calau unter dem Hammer

Das leerstehende Bahnhofsgebäude in Calau wurde noch nicht versteigert. Bis August läuft der Nachverkauf der Sommer-Auktion des Berliner Auktionshauses Karhausen. Mindestens 14 000 Euro müssen mögliche Bieter aufbringen. Die Stadt hat derzeit keine Kaufabsicht.
Das leerstehende Bahnhofsgebäude in Calau wurde noch nicht versteigert. Bis August läuft der Nachverkauf der Sommer-Auktion des Berliner Auktionshauses Karhausen. Mindestens 14 000 Euro müssen mögliche Bieter aufbringen. Die Stadt hat derzeit keine Kaufabsicht. FOTO: Rüdiger Hofmann
Calau. Das Objekt kann ersteigert werden. Bisher gibt es keine Bieter. Die Stadt hat kein Nutzungskonzept, Ideen liegen aber vor. Von Rüdiger Hofmann

Dauerthema Calauer Bahnhof: auf der einen Seite ist er ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt nach Berlin, Leipzig, Cottbus, Senftenberg und Lübbenau. Auf der anderen Seite steht das Bahnhofsgebäude seit Jahren leer. Früher waren neben den Diensträumen der Deutschen Bahn mit Kantine auch Wohnungen untergebracht. Doch das war einmal. Inzwischen wirkt das Gebäude nur noch trostlos.

Versteigert werden sollte es Ende Juni im Auktionshaus Karhausen in Berlin. Eine Immobiliengesellschaft aus Nordrhein-Westfalen hatte den Bahnhof vor ein paar Jahren von der Deutschen Bahn erworben und nun zur Versteigerung angeboten. Ein Nutzungskonzept des jetzigen Eigentümers ist nicht bekannt, sodass das Objekt zum Verkauf angeboten wurde. „Bisher hat keiner das Mindestangebot von
14 000 Euro abgegeben“, sagt Matthias Knake, Vorstand und leitender Auktionator des Hauses. Ausgerufen wurde inzwischen ein Nachverkauf der Sommer-Auktion. „Bis August können Interessenten noch ihr Angebot abgeben“, sagt Knake. Sollten sich mehrere Bieter finden, gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Wir würden aber schon den Höchstbietenden ermitteln“, so Knake.

Grundsätzlich wundert es den Auktionator, dass sich noch kein Interessent gemeldet hat. „Der Bauzustand des Objektes ist nicht schlecht, der Standort aufgrund der Autobahnnähe gut. Und eine Erschließung und Wiedernutzbarmachung wären möglich.“

Das weiß auch die Stadt Calau, die sich bisher aber ebenfalls aus den Bieterverhandlungen herausgehalten hat. „Die Stadt hat sich bei der Auktion nicht beteiligt und wird das auch beim Nachverkauf nicht tun“, sagt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Der Chance zum preiswerten Erwerb der Immobilie würden erhebliche Kosten für deren Instandsetzung sowie die Umsetzung eines eventuell vorhandenen Nutzungskonzeptes gegenüber stehen, begründet die Stadtspitze.

Bereits vor einigen Jahren hatte der Calauer Handwerker Frank Bareinz die Idee, einen Indoorspielplatz für Kinder mit angeschlossenem Café und Imbiss sowie einen Service und Ferienwohnungen zu etablieren. „Die Kaufabsicht von Frank Bareinz hatte seinerzeit nicht zum Erfolg geführt. Hintergrund waren nicht planungsrechtliche, sondern Finanzierungsfragen bei Kauf und Projektumsetzung“, teilt die Stadt mit.

Ein Nutzungskonzept hat die Stadt Calau aus heutiger Sicht für das zweigeschossige Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 570 Quadratmetern nicht. „Wir engagieren uns im Bahnhofsumfeld, „die Bahn hoffentlich an den Bahnbetriebsanlagen“, sagt Suchner. Im Rahmen des Modellvorhabens „Lebendige Regionen – Aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe: Mobilitätsmanagement Wirtschaftsraum Spreewald“ wurden in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg drei Gestaltungsvorschläge als „Stehgreif“-Projekte erarbeitet. „Diese werden Grundlage weiterer Planungen sein“, sagt Suchner. Die Bahn wiederum ist Eigentümer unmittelbarer Bahnbetriebsflächen wie Bahnsteige und Fußgängertunnel. „Gegenwärtig beginnen im Auftrag der DB Station & Service AG Planungen für einen barrierefreien Zugang zum Zugverkehr. Diese Planungen würden wir gern in absehbarer Zeit umsetzen“, so der Bürgermeister.

Kernelemente der geplanten Nutzung laut Stadtentwicklungskonzept sind die Versorgung von Reisenden (Gastronomie und Toiletten). Flächen im Erdgeschoss sollen für ein touristisches Angebot genutzt werden. Die vorhandenen leerstehenden Wohnungen im Obergeschoss könnten zu Ferienwohnungen oder zur Radlerpension ausgebaut werden.

Sollte sich ein neuer Eigentümer finden, würde ihm die Stadt eine Kooperation anbieten. Die CDU-Fraktion warnte unlängst davor, „dass der Bahnhof nicht schon wieder an einen Investor gehen sollte, der aus spekulativen Gründen das Gebäude ersteigert und kein Interesse an einer Weiterentwicklung dieses Standortes hat“. Suchner werde an dieser Stelle private Investoren nicht unter Generalverdacht stellen. „Wir gehen davon aus, dass ein neuer Eigentümer Interesse an der Weiterentwicklung des Standortes hat“, so der Bürgermeister.