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| 17:39 Uhr

Brandenburger Landpartie
Von Sensenmännern und einem kleinem Onkel

Sie zählten zu den Hinguckern auf dem Angerhof in Bischdorf: Wallach Linus, ein österreichisches Noriker-Kaltblut, das durch seine Tigerschecken-Färbung an das Pferd von Pippi Langstrupf erinnerte, sowie Berthold Lehnigk aus Groß Lübbenau, der vor den Augen von Besuchern Sensenblätter klopfte.
Sie zählten zu den Hinguckern auf dem Angerhof in Bischdorf: Wallach Linus, ein österreichisches Noriker-Kaltblut, das durch seine Tigerschecken-Färbung an das Pferd von Pippi Langstrupf erinnerte, sowie Berthold Lehnigk aus Groß Lübbenau, der vor den Augen von Besuchern Sensenblätter klopfte. FOTO: Uwe Hegewald
Bischdorf. Angerhof Bischdorf öffnete seine Türen zur Brandenburger Landpartie und begeistert Groß und Klein mit vielen Höhepunkten. Von Uwe Hegewald

Wer kennt sie nicht, die aufgeweckte Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf genannt, die stets einen kecken Spruch auf Lager hatte und sich immer zu helfen wusste? Ein Hauch der beliebten Märchenfigur von Astrid Lindgren zog am Wochenende durch Bischdorf.

Genauer gesagt das unverwechselbare Pferd, das Pippi stets „kleiner Onkel“ nannte. Markenzeichen ist die Färbung des weißen Pferdes mit schwarzen Punkten. Corina Heinze erklärt: „Unser Linus ist ein österreichisches Noriker-Kaltblut mit Tigerschecken-Muster.“ Wie die Besitzerin weiter erzählt sei Wallach Linus ein sehr ausgewogenes und gelassenes Pferd und daher bestens für kurze Kutschentouren geeignet. „Ich biete kleine Ausflüge durch Bischdorf an, um unser Dorf zu zeigen und um den Besuchern des Angerhofes zur Landpartie ein zusätzliches Angebot zu unterbreiten, begründet Corina Heinze ihr Mitwirken.

Der Angerhof gilt als regionale Mutter der Brandenburger Landpartie und ist seit dem Jahr 2000 ununterbrochen dabei. Und das mit immer wieder neuen Programmpunkten, aber auch mit bewährten Aktionen wie das große Traktoren- und Mähdrescherfahren für Groß und Klein, Ponyreiten oder das gern wahrgenommene Bestaunen von Tieren.

Seit dem ersten Jahr der Bischdorfer Landpartie immer mit dabei sind die Mitglieder des Kleintierzuchtvereins Calau. Auf einer langgezogenen Vollieren-Zeile präsentierten die Züchter einen Bruchteil dessen, was die Rassegeflügelzucht an Vielfalt zu bieten hat. „Die Leute zeigen sich schon interessiert“, sagt Wolfgang Herbrich aus Plieskendorf. Insbesondere an der Eiermeile kommen Besucher zum Stehen und staunen, dass Ei eben nicht gleich Ei ist. „Das ist ja wie zu Ostern“, bemerkte ein Gast beim Anblick der zahlreichen, natürlichen Farbgebungen und Größen. Hartmut Buchler, Vorsitzender des Calauer Kleintierzuchtvereins verweist auf die „solide Zusammenarbeit“ mit Helmut Richter vom Angerhof. „Manchmal frage ich mich, wo dieser Mann die Kraft hernimmt“, zieht der Calauer Zuchtfreund den Hut vor den rastlosen Landwirt und Geschäftsführer der Bäuerlichen Produktionsgemeinschaft Saßleben GmbH & Co. KG. Unter dem Dach der Gemeinschaft sind so renommierte Produktionsstätten zu finden, wie die Frischmilchtankstelle Saßleben, die Baumschule Plieskendorf oder der Bauern- und Futtermittelmarkt in Calau.

Zur Brandenburger Landpartie ließen sich einzelne Produktionszweige nicht die Chance entgehen, die Vielfalt der hiesigen Landwirtschaft vorzustellen. So auch Berthold Lehnigk aus Groß Lübbenau, der es noch versteht, Körbe zu flechten und Sensenblätter zu hauen – auch „Dengeln“ genannt. „Für ein Blatt benötige ich rund eine Stunde. Das hängt aber sehr stark vom Material ab. Inzwischen sind so dicke und schwere Sensenblätter auf dem Markt, dass man mit dem klassischen Klopfen gar nichts mehr erreichen kann“, so der 79-Jährige. Wie Landwirt Helmut Richter betont, zählen Sensen noch heute zu den wichtigen Arbeitsgeräten. Auf dem gesamten Globus verbreitet, werde diesen auch bei den zukünftigen Landpartien die Wertschätzung entgegengebracht, die sie verdienen.

Nach dem Auftakt am Samstag lockte die Partyband „Surprise“ (Oberfranken) am Abend Jung und Alt zum Angerhof. Eine Agrar-Lichtshow, bei der Erntephasen dargestellt wurden, überraschte die Gäste hingegen am Sonntag. Beim Kuhherdetreiben, konnte das Publikum auf das Rind tippen, welches als erstes die Koppel erreicht.