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| 17:51 Uhr

Polizei warnt vor Himmelfahrtstag
Alkohol am Rudel für Profis tabu

Wer auf den Gewässern im Spreewald unterwegs ist, sollte die Finger vom Alkohol lassen, sonst drohen harte Strafen.
Wer auf den Gewässern im Spreewald unterwegs ist, sollte die Finger vom Alkohol lassen, sonst drohen harte Strafen. FOTO: Michael Urban
Lübbenau. Die Polizei zieht eine „erschreckende Bilanz“ zu Trunkenheitsfahrten im Spreewald , doch Lübbenauer Kahnfährleute fühlen sich nicht angesprochen.

Am Großen Spreewaldhafen in Lübbenau tragen die Kahnfährmänner dunkelblaue Westen, ein Steinwurf davon entfernt, am Kleinen Hafen, grüne Westen. Was einen möglichen Alkoholkonsum bei der Arbeit betrifft, könnte man aber auch sagen: Hier wie dort sind die Westen der Kahnfährmänner weiß. Zumindest versichern das Marcel Schröter vom Kahnfährmannsverein der Spreewaldfreunde und Steffen Franke, Vorsitzender der Kahnfährgenossenschaft.

Trunkenheitsfahrten in Kahn, Boot oder Jacht zum Thema gemacht hat kurz vor dem Himmelfahrtstag die Wasserschutzpolizei. In den vergangenen Jahren seien jeweils 25 bis 30 Bootsführer bei Kontrollen alkoholisiert angetroffen worden. Eine Zahl, die in diesem Jahr deutlich übertroffen werden könnte. Denn am vergangen Sonntag erwischte die Polizei bereits den zehnten angetrunkenen Bootsführer. Auf einem der touristisch am stärksten genutzten Wasserwege überhaupt in Brandenburg, auf der Hauptspree in Lübbenau, fiel den Beamten bei einer Kontrolle auf Höhe des Schlosses, der Bootsführer eines Spreewaldkahns wegen seines starken Alkoholgeruchs auf. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,31 Promille. Wie im Straßenverkehr auch, betont die Polizei in ihrem Bericht, sei es eine Straftat, alkoholisiert einen Kahn zu lenken.

Steffen Franke und Marcel Schröter ist das klar. Sie wissen auch, dass es gerade für gewerblich tätige Kahnfährleute mit entsprechender Fahrerlaubnis und Verantwortung für 20 und mehr zahlende Fahrgäste „absolut verwerflich“ wäre, vor oder während der Arbeit zu trinken. Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung sehe harte Strafen für Verstöße vor.

Darüber hinaus, so Schröter, habe der Kahnfährmannsverein am Kleinen Hafen einen eigenen Ordnungskatalog. Würde ein Kollege betrunken Kahn fahren und dabei ertappt werden – er dürfte dem einträglichen Gewerbe mit Sicherheit Monate lang nicht mehr nachgehen. Franke und Schröter versichern beide, dass es am Sonntag auf der Hauptspree keiner ihrer Kollegen war, den die Polizei überführen. Beide können sich auch nicht erinnern, dass jemals ein professioneller Kahnfährmann alkoholisiert am Rudel stand. Die Lübbenauer sehen die Alkoholisierungsgefahr eher bei Freizeit- und Sportboot-Kapitänen.

Polizeisprecher Mark Kettlitz kann das bestätigen. In den Jahren 2014 bis 2017 fielen durchweg nicht gewerblich tätige Bootsführer mit Trunkenheitsfahrten auf. Meist, so Kettlitz, waren es Fahrer motorisierter Sportboote auf Seen im Norden des Polizeidirektionsbereichs, die von den Kollegen der Wasserschutzpolizei gestoppt werden mussten. Zuletzt wurden 2013 in der Berufsschifffahrt drei Verstöße festgestellt.

Auch wenn sich also Kahntourenanbieter in Lübbenau bislang nicht für Trunkenheitsfahrten verantworten mussten – bei Kahnfährgenossenschaft und Kahnfährmannsverein hält man die Hinweise der Polizei dennoch für hilfreich.

Gerade am Himmelfahrtstag werden auf den Fließen in Lübbenau, Lehde und Leipe erneut zahllose Freizeitkapitäne, Paddler und auch Stehpaddler unterwegs sein, die man ruhig einmal hinweisen könne auf die Gefahren von Trunkenheitsfahrten.