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| 16:07 Uhr

Mia und Kahnkorso waren Höhepunkte
45 000 Gäste beim Spreewaldfest

Zur dicht bevölkerten Flaniermeile wurde am Wochenende auch die Ehm-Welk-Straße.
Zur dicht bevölkerten Flaniermeile wurde am Wochenende auch die Ehm-Welk-Straße. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Organisatoren ziehen positive Bilanz. Die Mischung macht´s in Lübbenau, sagen sie. Von Daniel Preikschat

Für Till 17 war es am Sonntag eine Premiere. Auf einem Kahn hatte die Lübbenauer Schülerband noch nie Musik gemacht. Passend zum schönen Wetter hatte sich der Popmusiker-Nachwuchs das Stück Walking on Sunshine (Spazieren im Sonnenschein) ausgesucht. Unter anderem auch der Friseursalon Spektakulär oder die Fotogruppe elektron aus Lübbenau reihten sich ein in den Korso, der da durch das glitzernde Hafenwasser zog und Menschen Freude machte.

Zweifellos war der Kahnkorso mit insgesamt fast 50 Kähnen der Höhepunkt am Sonntagnachmittag, sagt Antje Kaczmarek von der Stadt Lübbenau. Die Besuchermarke von 45 000 erreichte die 47. Ausgabe des Spreewald- und Schützenfestes aber nur wieder durch seine besondere Mischung und das – im direkten Wortsinn – breite Angebot. Vom Schlosspark zum Topfmarkt sind es über 600 Meter Fußweg, ebenso von der Poststraße bis zum Schlossbezirk. Entlang dieser Strecken reihten sich lückenlos Bühnen, Stände und Fahrgeschäfte aneinander, Schauhandwerkerauslagen, Spielmöglichkeiten sowie Ruhezonen mit Sitz- und Essgelegenheit. Live-Musik diverser Stilrichtungen ertönte, Tanzgruppen versprühten Lebensfreude. Spreewälder Traditionen und sorbisches Brauchtum sorgten für Farbe und Lokalkolorit.

Musikalisch war die bekannte Berliner Band Mia der Höhepunkt, so Antje Kaczmarek weiter. Was auch genau so geplant war. Hits wie „Hungriges Herz“, „Tanz der Moleküle“ und „Mein Freund“ machten aus dem Kirchplatz eine große Tanzfläche. Ein Auftritt, der natürlich nicht umsonst zu haben war. Die Akteure beim Kahnkorso indes verzichteten auf jedes Honorar, investierten vielmehr erheblich. Unbezahlbar sei, was hier an Freizeit geopfert und an Kreativität eingebracht wurde, um die Kähne so zu gestalten, lobt die Organisatorin. Außer Till 17 musizierten auch Akkordeon-Orchester, Shanty-Chor oder Schalmeienkapelle anspruchsvoll. Botschaften wie „Rad statt Auto“ wurden übermittelt und Werbung in eigener Sache gemacht, zum Beispiel von der Olsenbande, die kommenden Freitag die Sommertheater-Reihe eröffnet.

Herausheben aus dem Reigen der Kahnbesatzungen könnte Antje Kaczmarek und Mitorganisator Daniel Schmidgunst von der Spreewald-Touristinformation allenfalls die Lübbenauer Feuerwehr. Mit gleich sechs Kähnen beteiligte sie sich im 145. Jubiläumsjahr an dem Korso, etwa auch mit dem Löschkahn der Ortswehr Lehde und dem Kahn der Zerkwitzer Feuerwehr. Ein Stück Feuerwehr-Museum wurde hier übers Wasser gefahren und alte Löschtechnik als durchaus noch einsatztauglich präsentiert. Was manch Schaulustiger nah am Fließ auch zu spüren bekam.

Antje Kaczmarek hat keinen Zweifel, dass am Wochenende wieder viele tolle Fotos entstanden sind beim größten Volksfest im Spreewald. Es werde erneut einen Fotowettbewerb geben. Infos dazu gebe es demnächst im Internet unter www.spreewaldfest.de. Im vorigen Jahr war die Lübbenauerin Evelyne Lungwitz erfolgreich.

Beim Kahnkorso mit Tausenden Besuchern am Großen Spreewaldhafen begegneten sich unter anderem die Lübbenauer Feuerwehr und das Paul-Fahlisch-Gymnasium.
Beim Kahnkorso mit Tausenden Besuchern am Großen Spreewaldhafen begegneten sich unter anderem die Lübbenauer Feuerwehr und das Paul-Fahlisch-Gymnasium. FOTO: LR / Daniel Preikschat