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| 18:16 Uhr

Lübben
Jeder Arbeitsunfall auf dem Bau ist einer zu viel

Anlässlich des internationalen Gedenktags Workers‘ Memorial Day ruft die IG BAU zu einer Gedenkminute auf – am Freitag, 27. April,12 Uhr.
Anlässlich des internationalen Gedenktags Workers‘ Memorial Day ruft die IG BAU zu einer Gedenkminute auf – am Freitag, 27. April,12 Uhr. FOTO: Astrid radlow / Radlow Astrid
Lübben. Die Industriegewerkschaft Bau ruft Freitag zur Gedenkminute auf.

„Jeder Unfall ist einer zu viel“ – unter diesem Motto ruft die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) im Landkreis Dahme-Spreewald zu einer Gedenkminute für die Opfer von Arbeitsunfällen auf. Am Freitag, 27. April, dem Vortag des internationalen Workers‘ Memorial Days – soll um 12 Uhr der Menschen gedacht werden, die im Job tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind, so die IG Bau Südbrandenburg in einer Presseinformation. „Die Schweigeminute erinnert daran, dass nicht nur auf anderen Kontinenten beim Arbeitsschutz einiges im Argen liegt, sondern auch bei uns noch viel zu tun ist, um Beschäftigte besser zu schützen“, sagt die IG BAU-Bezirksvorsitzende Regina Grüneberg.

So kam es nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) auf Baustellen in Brandenburg im Jahr 2017 zu rund 3400 Arbeitsunfällen, ein Unfall endete tödlich. „Stürze vom Gerüst oder Verletzungen mit dem Häcksler entstehen oft unter Stress. Die Zeit für das richtige Absichern oder das Anziehen der Schutzkleidung muss aber da sein“, betont Grüneberg. Die Gewerkschafterin kritisiert die Haltung mancher Arbeitgeber, im Arbeitsschutz lediglich einen Kostenfaktor zu sehen: „Unternehmen sind dazu verpflichtet, für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Wer daran spart, handelt unverantwortlich.“

Der Workers‘ Memorial Day fand erstmals 1984 in Kanada statt: Die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst rief damals dazu auf, der im Arbeitsleben verstorbenen Mitarbeiter zu gedenken. Seit 1989 wird der Gedenktag weltweit begangen. In der Berliner Gedächtniskirche findet dann am 28. April ein zentraler Gedenkgottesdienst mit Vertretern von Christentum, Islam und Judentum statt.