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| 16:16 Uhr

Lübben
„Insek“ nähert sich dem Abschluss

Wohnungsbau hat in Lübben höchste Priorität. So ist und bleibt es im integrierten Stadtentwicklungskonzept festgelegt. Dabei sollen auch innerstädtische Möglichkeiten ausgelotet werden, unter anderem am Standort der ehemaligen Kartonagenfabrik in Bahnhofsnähe. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider besichtigte kürzlich die Lage.
Wohnungsbau hat in Lübben höchste Priorität. So ist und bleibt es im integrierten Stadtentwicklungskonzept festgelegt. Dabei sollen auch innerstädtische Möglichkeiten ausgelotet werden, unter anderem am Standort der ehemaligen Kartonagenfabrik in Bahnhofsnähe. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider besichtigte kürzlich die Lage. FOTO: Ingvil Schirling / LR
Lübben. Integriertes Stadtentwicklungskonzept steht nach der Überarbeitung der Prioritäten vor der Beschlussfassung. Neu ist ein Frei- oder Hallenbad als Möglichkeit enthalten.

Zuletzt gab es noch einige Anregungen, dann mehrere Sitzungen. Nun ist das überarbeitete Integrierte Stadtentwicklungskonzept im Bauausschuss nochmals präsentiert worden – vor allem mit dem Schwerpunkt darauf, was geändert wurde. Dabei handelt es sich vor allem um die Prioritätensetzung. Das war bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nochmals eingefordert worden. Hintergrund ist die steigende Einwohnerzahl und der daraus resultierende Bedarf an Wohnraum, Kita-, Hort- und Schulplätzen sowie der entsprechenden Infrastruktur.

Eric Hofedank aus dem Fachbereich Stadtplanung der Verwaltung stellte die Überarbeitungen vor und zeigte auf, wo Anregungen von Stadtverordneten eingearbeitet wurden. Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz Insek genannt, ist ein wichtiges Strategiepapier, das aufzeigt, welche Entwicklungen in der Stadt wie möglich und vorangetrieben werden. Es ist breit angelegt, hat aber klare Zielrichtungen in Bezug auf die künftige Gestaltung des Stadtlebens und die Daseinsfürsorge für eine wachsende Einwohnerzahl. Auf seiner Grundlage können – und das ist das allerwichtigste daran – Fördermittel bei verschiedenen Ministerien beantragt werden. Von Landesseite wird ein „Insek“ von den Kommunen daher auch gefordert.

Kernpunkte der jüngsten Veränderungswünsche waren, ein Frei- oder Hallenbad mit aufzunehmen — hauptsächlich, damit es genannt ist und für den Fall, dass sich perspektivisch Fördermittel, Finanzierungsmöglichkeiten oder Investoren auftun — und eine veränderte Prioritätensetzung. Schriftliche Hinweise hatten zudem Jens Richter und Andreas Rieger (CDU/Grüne) als Stadtverordnete gegeben.

Geblieben ist unter den höchsten Prioritäten der oberste Punkt, nämlich die Aktivierung von Flächenpotenzialen für das Wohnen. Punkt zwei schließt sich nahtlos an und bezeichnet die Erarbeitung einer Wohnungsmarktanalyse und einer wohnungspolitischen Strategie.

Doch schon bei Punkt drei zeigt sich, dass bei der Stadtentwicklung deutlich mehr als bisher auf die Tube gedrückt werden soll (und muss). Vom ursprünglichen Punkt „Strategieplan für den inklusiven Ausbau Kita- und Hortplätze, sukzessive Realisierung“ wurde sowohl der Strategieplan als auch die sukzessive Realisierung schlicht gestrichen. Heißt: Es soll unverzüglich in den weiteren Ausbau von Kita- und Hortplätzen gehen. Die Ansätze sind gemacht, und mit dem positiven Fördermittelbescheid für die Kita Treppendorf werden sich dort voraussichtlich demnächst die Baukräne drehen (die LR berichtete).

Neu ist in die Kategorie „höchste Priorität“ die Eweiterung und der Ausbau der Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule aufgenommen. Dieses Vorhaben war zunächst in der zweiten Kategorie gelistet. Doch die Platzprobleme dauern nun schon seit Jahren an und sind dringend, vor allem im Bereich der Essensausgabe und des Hortes. Deshalb soll nach den Sommerferien kurzfristig mit einer Containerlösung Abhilfe geschaffen werden.

Ein integriertes Verkehrskonzept, das Bahnhofsumfeld und die intensive Beschäftigung mit dem Haushalt sind bei den höchsten Prioritäten geblieben.

Aufgerückt aus der dritten in die zweite Kategorie sind die Ergänzung der Infrastruktur für Sport, Freizeit und Naherholung sowie Angebote mit und für Jugendliche zu schaffen. Geblieben ist in dieser Kategorie die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen sowie der Ausbau von Kooperationen. Die Sanierung beziehungsweise der Neubau der Feuerwache Am kleinen Hain dagegen ist in die dritte Kategorie eingeordnet worden und in der Priorität damit vor dem Hintergrund dieser Änderungen abgestuft worden.

Außerdem beinhaltet die dritte Kategorie den Ausbau des Parkplatzes Lindenstraße („Spreewalddorf“) sowie einen Plan für die energetische Sanierung kommunaler Gebäude.

Der Plan ist nun, die vorgestellten Änderungen noch einzuarbeiten. Bis zum 25. Januar sollen die Stadtverordneten das geänderte Insek vorliegen haben – um es dann endgültig beschließen zu können.