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| 15:30 Uhr

Lösung für Streit um Tempo-30-Zone in Gießmannsdorf in Sicht
Happy End für „Waldwichtel“

Bald können die Kinder der Kita Waldwichtel die B 96 sicherer überqueren. Vor der Einrichtung soll eine Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Fahrzeuge eingerichtet werden.
Bald können die Kinder der Kita Waldwichtel die B 96 sicherer überqueren. Vor der Einrichtung soll eine Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Fahrzeuge eingerichtet werden. FOTO: Vogt Uwe
Gießmannsdorf. Kreisverwaltung bestätigt: Tempo-30 vor der Kita soll eingerichtet werden. Von Carmen Berg und Anja Brautschek

Ein erbittertes Streitthema steht offenbar vor einem glücklichen Abschluss. Das hat die Kreisverwaltung Dahme-Spreewald auf RUNDSCHAU-Nachfrage am Dienstag bestätigt. Demnach soll  direkt vor der Kita „Waldwichtel“ eine Tempo-30-Strecke eingerichtet werden, die zu den Öffnungszeiten der Kita für alle Fahrzeuge gilt. Jedoch ist das Verfahren Kreis-Sprecherin Heidrun Schaaf zufolge noch nicht abgeschlossen, weil eine Widerspruchsfrist einzuhalten ist. Erst nach Ablauf der Frist, also Mitte Juli, können die neuen Schilder aufgestellt werden. Die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises hatte sich lange Zeit vehement gegen die Tempo-Reduzierung vor der Kita gewehrt. Konkrete Gründe für das Einlenken werden mit Verweis auf das noch laufende Verfahren nicht genannt.

Seit 2015 kämpfen die Anwohner und Erzieher um die Geschwindigkeitsreduzierung vor der Kita „Waldwichtel“. Mit Unterschriftensammlungen, Dienstaufsichtsbeschwerden und Vor-Ort Terminen haben sie auf die Situation aufmerksam gemacht. Hintergrund waren unterschiedliche Rechtsauffassungen von Stadt und Kita auf der einen sowie der Straßenverkehrsbehörde auf der anderen Seite. Die schriftliche Bestätigung der Entscheidung zugunsten der Kinder lag am Dienstag bei der Kita und im Luckauer Rathaus noch nicht vor. Deshalb war die RUNDSCHAU Überbringerin der guten Nachricht.

„Das ist erstmal eine schöne Sache“, sagt Ortsvorsteher Thomas Weichert. Zwar seien die langen Querelen nicht vergessen, doch was zählt, sei das Ergebnis. Er dankt seinem Stellvertreter Uwe Vogt, der sich beharrlich dafür eingesetzt habe. Wichtig ist dem Ortsvorsteher aber auch, dass trotz der neuen Regelung vor der Kita die bestehende Geschwindigkeitsreduzierung für Laster in der gesamten Ortslage erhalten bleibt.

Auch Kita-Leiterin Silke Wehner freut sich über die positive Rückmeldung des Landrates und erwartet nun den schriftlichen Bescheid. „Damit schaffen wir einen großen Sicherheitsfaktor im Ort. Wir haben nicht für uns, sondern für die Kinder darum gekämpft“, sagt sie. Regelmäßig überqueren die Kinder die viel befahrene Straße, um zum Wald oder zum Sportplatz zu gelangen. Auch ein Spaziergang zum Ortskern entlang der Bundesstraße steht öfters auf dem Tagesplan. Wenn jedoch viel Verkehr auf der Bundesstraße ist, sei das gefährlich. Durch die Kurve hinter der Bushaltestelle ist die Straße nur schwer einzusehen. „Bei Sperrungen auf der Autobahn wird die Straße auch als Umleitung genutzt. Dann ist es hier so voll, dass wir mit den Kindern etwas in Richtung Eßfeld, also abseits der Straße, unternehmen“, erzählt sie. Deshalb sei die Geschwindkeitsbegrenzung vor der Kita so wichtig. „Nun bin ich gespannt, wie weit sich die Tempo-30-Zone genau erstrecken wird“, sagt sie.

Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) gehörte zu den Kreistagsabgeordneten aus der Region, die den Gießmannsdorfern den Rücken stärkten. „Ich freue mich sehr über Tempo 30 für alle Fahrzeuge vor der Kita, das für die Sicherheit der Kinder aber auch notwendig und vernünftig ist“, sagt er und ergänzt: Er begrüße es, dass sich der Landrat der Belange der Gießmannsdorfer angenommen habe. Wichtig sei es aber auch, den Bürgern zu zeigen, sie können in der Politik etwas bewegen. Der stellvertretende Ortsvorsteher Uwe Vogt erkennt auch die parteiübergreifende Unterstützung für die Gießmannsdorfer an. „Unser Kampf hat für alle etwas gebracht. Heute ist ein guter Tag für die Kita Waldwichtel, aber auch für die Einwohner Gießmannsdorf.“