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| 17:53 Uhr

Fussball
Hoyerswerda setzt auf die Schiri-Jugend

Der hoffnungsvolle Hoyerswerdaer Schiri-Nachwuchs: Mirko Scheffler, Alexander Langer, Clemens Reiche, Michael Jeriomkin, Florian Rang, Paul Wabnitz, Max Jarosch, Benno Berlin und Schiriobmann Daniel Grader (v.l.).
Der hoffnungsvolle Hoyerswerdaer Schiri-Nachwuchs: Mirko Scheffler, Alexander Langer, Clemens Reiche, Michael Jeriomkin, Florian Rang, Paul Wabnitz, Max Jarosch, Benno Berlin und Schiriobmann Daniel Grader (v.l.). FOTO: Werner Müller
Hoyerswerda. Der HFC kümmert sich verstärkt um die Ausbildung von Unparteiischen und erntet dafür Lob vom Verband. Von Werner Müller

Jahrelang hatte der Hoyerswerdaer FC Probleme mit der Erfüllung des Schiri-Solls. Der Verein musste Strafen bezahlen und es wurden Punkte abgezogen. Seit eineinhalb Jahren versucht der Verein nun verstärkt junge Leute zu mobilisieren, die sich zum Schiedsrichter ausbilden lassen wollen. Erst kürzlich wurden vier neue junge Referees gewonnen. Elf Nachwuchsschiris sind es inzwischen.

Regelmäßig treffen sich die Schiedsrichter des Vereins, um offene Probleme zu besprechen oder sich gemeinsam auf den Hausregeltest vorzubereiten. Dabei wird im Anschluss die Möglichkeit genutzt, ein Fußballspiel gemeinsam im Fernsehen anzuschauen. Überhaupt wird Gemeinschaft bei der jungen Schiedsrichtergruppe ganz groß geschrieben, um das Zusammengehörigkeitsgefühl auszubauen.

Paul Wabnitz erklärt: „Mirko Scheffler hat Justus Balz, Benno Berlin, Michael Jeriomkin und mich angesprochen und wir stellten uns der Aufgabe. Im November 2017 haben wir unser Ausbildung absolviert. Wir spielen alle vier noch bei den C-Junioren des Hoyerswerdaer FC.

Clemens Reiche (15) spielte vier Jahre beim Nachwuchs des SV Laubusch und wurde dann Schiedsrichter. „Ich war ständig anderer Meinung als der Schiedsrichter und habe nach den Spielen oft gemault. Doch dann sprach mich der Trainer an, ob ich mch nicht selbst dieser Aufgabe stellen möchte“, erklärte er. In der Winterpause wechselte er zum Hoyerswerdaer FC. „Mein schönstes Erlebnis als Schiedsrichter war, als ich bei den C-Junioren Landesliga das Spiel Dresden gegen Leipzig geleitet habe. Die Jungs haben nicht gemeckert und sich einfach auf das Spiel konzentriert.“

Doch Clemens Reiche hat auch schon wesentlich emotionsgeladenere Partien erlebt. So wie in der Kreisoberliga, wo er beim Spiel DJK Blau Weiß Wittichenau gegen Großnaundorf an der Linie Assistent war. „Die Spieler beider Mannschaften gingen aggressiv in die Zweikämpfe. Dazu kam, dass zwei Spieler aus dem gleichen Verein mit Platzwunde am Kopf vom Platz mussten und im Krankenhaus landeten. Die Stimmung bei den Fans aus Großnaundorf war regelrecht aufgeheizt“, erinnert er sich. „Da konnte man richtig lernen, alles andere auszublenden und sich voll auf das Spielgeschehen zu konzentrieren.“

Der Präsident des Westlausitzer Fußballverbandes Axel Görner lobt die Entwicklung in Hoyerswerda: „Der Hoyerswerdaer FC geht genau den richtigen Weg und bildet jungen Menschen aus, die bereit sind, sich der Verantwortung zu stellen und Schiedsrichter zu werden. Da können sich andere Vereine ein Beispiel nehmen.“

Natürlich habe sich auch der Schiedsrichterausschuss für die kommende Saison Gedanken gemacht, wie die Ausbildung zum Schiedsrichter und vor allem auch die Zusammenarbeit mit allen Vereinen verbessert werden könne. „Nach meinem Befürworten ist das im Theoretischen gut gelungen. Ob es so funktioniert, wird die Praxis zeigen. Wir hoffen, dass mit der neuen Ausbildungsrichtlinie, welche wir auch in den Ausführungsbestimmungen verankert haben, die Zusammenarbeit mit den Vereinen und auch die Ausbildung auf ein besseres Level gehoben werden“, so Axel Görner.

Und Andreas Lieske, kommissarischer Chef des Schiedsrichterausschusses im Westlausitzer Verband, äußert für die künftige Arbeit noch einen Wunsch: „Wir vom Schiedsrichterausschuss würden uns freuen, wenn es außer dem Hoyerswerdaer FC, dem SV Zeißig und dem Bischofswerdaer FV noch mehr Vereine gäbe, welche eine engere und bessere Zusammenarbeit mit uns suchen.“