ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:10 Uhr

Kleingärtner
Garten und 500 Euro geschenkt

Gisela Wolter und Hartmut Schneider vom Verband der Gartenfreunde Guben und Umgebung suchen händeringend nach neuen Nutzern. Rund 100 Gärten haben aktuell keinen Pächter.
Gisela Wolter und Hartmut Schneider vom Verband der Gartenfreunde Guben und Umgebung suchen händeringend nach neuen Nutzern. Rund 100 Gärten haben aktuell keinen Pächter. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben . Rund 100 Kleingärten stehen in Guben leer. Die Verkäufer greifen häufig zum Portmonee.

Zu DDR Zeiten erfreuten sich die Kleingärten großer Beliebtheit. Eine Wohnung und ein Kleingarten mit Datsche waren begehrtl, entsprechend hoch war die Nachfrage. Heute herrschen andere Zeiten beim Verband der Gartenfreunde Guben und Umgebung. Aktuell wirbt der Verband damit, dass sie freie Gärten verschenken – inklusive vorhandener Lauben und Bepflanzungen. „Es läuft bescheiden. Wir finden kaum noch Nachpächter“, fasst Gisela Wolter, die Vorsitzende des Verbandes, die Lage zusammen. Laut Vereinsstatistik stehen aktuell rund 100 Gärten leer. „Das entspricht in etwa einer Fläche von 30 000 Quadratmetern“, erklärt Hartmut Schneider, der stellvertretende Vorsitzende. „Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch höher, denn nicht jeder Verein meldet uns einen Leerstand.“ Insgesamt 32 Vereine sind im Verband der Gartenfreunde Guben und Umgebung organisiert. Zusammen bewirtschaften sie über 400 000 Quadratmeter.

Auch der Verband der Gartenfreunde kämpft mit dem demografischen Wandel. „Wir haben einen hohen Altersstamm von 65 bis 70 Jahren“, erklärt Gisela Wolter. „Gleichzeitig lassen sich junge Leute nur noch schwer für einen Kleingarten begeistern.“ Schließlich mache ein Garten viel Arbeit. „Zweimal im Jahr zum Grillen kommen reicht nicht. Der Garten braucht Pflege“, weiß Gisela Wolter nur zu gut. „Es müssen jede Woche ein paar Stunden investiert werden.“ Da sich nur noch schwer Nachnutzer finden, wurden viele Kleingärten zu Grünflächen umgewandelt. „Dadurch steigt dann die Gemeinschaftspacht und auch diese Flächen müssen gepflegt werden“, sagt Gisela Wolter. Während es im Jahr 1990 noch rund 1900 Parzellen im Verband der Gartenfreunde gab, sind es heute noch 1429: „Einige Gartensparten sind sogar ganz weggefallen.“

Um einen Nachpächter für ihren Garten zu finden, greifen die Kleingärtner häufig zum Portmonee. „Früher wurden Kleingärten in Guben für 10 000 Mark verkauft“, erinnert sich Hartmut Schneider. „Heute zahlen die Verkäufer häufig 500 Euro in bar obendrauf, um ihren Garten loszuwerden.“ Schließlich müssen sie ansonsten bis zu 3000 Euro für den Abriss zahlen.

Der Verband hat mit verwilderten Gärten und nicht zahlenden Pächtern zu kämpfen.
Der Verband hat mit verwilderten Gärten und nicht zahlenden Pächtern zu kämpfen. FOTO: Verband der Gartenfreunde Guben

Aber selbst, wenn sich Nachpächter finden, gibt es häufig Probleme.  „Viele lesen die Verträgt nicht richtig und sind dann überrascht vom Mitgliederbeitrag, den Arbeitsstunden oder den anfallenden Nebenkosten“, so Gisela Wolter. Immer öfter kämpfe die Vereine mit verwilderten Gärten und „Gartennormaden“. „Manche Pächter verschwinden einfach und zahlen nicht mehr“, sagt die Vorsitzende. Der Verband hat im vergangenen Jahr über 1500 Euro für Gerichtskosten ausgegeben. „Dadurch haben wir jetzt ein Stück Papier, das beweist, dass wir Recht haben. Aber Geld haben wir bis heute nicht gesehen“, erzählt Hartmut Schneider.


Interessierte können sich unter www.gartenverband-guben.de oder Telefon 03561 3633 beim Verband über freie Gärten informieren.

(Zeidler)