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Verkehr
Landkreis blitzt mehr Raser

Die Zahl der geblitzten Autofahrer ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen.
Die Zahl der geblitzten Autofahrer ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. FOTO: Carsten Rehder / dpa
Guben. Im vergangenen Jahr erhielten in Guben 526 Temposünder einen Bußgeldbescheid. Von Michéle-Cathrin Zeidler

Jahr für Jahr wird in Guben immer mehr geblitzt – so der Vorwurf eines Lesers bei „Anruf Reporter“. „Das ist pure Geldabzocke“, findet der Gubener, der lieber anonym bleiben möchte. „Vor Schulen und Pflegeheimen habe ich für verstärke Kontrollen Verständnis, aber die Polizei stand im vergangenen Jahr vermehrt auf Landstraßen.“ Sind diese Vorwürfe gerechtfertigt? Die RUNDSCHAU ist der Frage nachgegangen.

Im Jahr 2017 haben die Messbediensteten vom Landkreis Spree-Neiße insgesamt 55-Mal die im Bereich der Stadt Guben eingerichteten 31 mobilen Messstellen angefahren. Dabei sind 17 488 Fahrzeuge durch den jeweiligen Messbereich gefahren. „526 Fahrzeugführer waren dabei mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und wurden geblitzt“, blickt Silvia Friese, Pressesprecherin im Landkreis Spree-Neiße, in die aktuelle Statistik. Im Landkreis Spree-Neiße haben die Messbediensteten im vergangenen Jahr 341-Mal die in ihrem Aufgabenbereich eingerichteten 295 mobilen Messstellen angefahren. Dabei seien 76 247 Fahrzeuge durch den jeweiligen Messbereich gefahren. Von diesen Fahrzeugen fuhren 2762 mit überhöhter Geschwindigkeit und erhielten Post von der Bußgeldstelle.

Die Zahl der geblitzten Autofahrer ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, bestätigt die Statistik des Landkreises Spree-Neiße. Im Jahr 2016 haben die Messbediensteten 342-Mal die im Aufgabenbereich des Landkreises eingerichteten 288 mobilen Messstellen angefahren. „Mit überhöhter Geschwindigkeit wurden 2327 Fahrzeugführer erfasst“, so die Pressesprecherin. Damit stieg die Zahl der Temposünder 2017 um 18,7 Prozent (435 Bußgeldbescheide) an.

Den Leservorwurf, die Polizei würde vermehrt auf Landstraßen statt vor Schulen kontrollieren, kann der Landkreis Spree-Neiße nicht bestätigen – das Gegenteil sei vielmehr der Fall. „Die in Betracht kommenden Messstellen unterliegen ständigen Veränderungen in Bezug auf Notwendigkeit und Sicherungsbedürftigkeit von Geschwindigkeitsbegrenzungen“, erklärt Silvia Friese. Dabei arbeite der Landkreis eng mit den kreisangehörigen Städten, Ämtern und Gemeinden sowie der Polizei, aber auch mit seinen Bürgern zusammen. „Durch abgeschlossene Straßenbaumaßnahmen wurden Messstellen auf Umgehungsstraßen außer Betrieb genommen“, so die Pressesprecherin weiter. „Gleichzeitig wurde die Präsenz auf Grund der StVO-Änderung gerade vor Kindereinrichtungen und Schulen und außerdem in Tempo-30-Zonen erhöht.“

Nach jetzigem Stand hat der Landkreis Spree-Neiße durch Verwarn- und Bußgeldbescheide Forderungen in Höhe von 548 828 Euro erhoben. „Im Wesentlichen decken diese Erträge die entstandenen Aufwendungen des Landkreises“, sagt Silvia Friese.

Die Polizei betont die Notwenigkeit der Verkehrskontrollen. „Wir sind in der Pflicht, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen“, sagt Ines Filohn, Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd. „Mit guten Worten alleine geht es nicht. Wir müssen kontrollieren und sanktionieren.“ Ziel der Polizei sei es, die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren: „Wo kontrolliert wird, richtet sich nach dem Unfallgeschehen und Hinweisen.“

In Cottbus und Spree-Neiße gab es im zurückliegenden Jahr insgesamt 6653 Zusammenstöße bei Unfällen. Einen spürbaren Rückgang verzeichnet die Polizei bei Unfällen durch zu hohe Geschwindigkeit, Nichtbeachtung der Vorfahrt und zu geringen Abstand.

Bei Anruf: Reporter 2c
Bei Anruf: Reporter 2c FOTO: Janetzko, Katrin / LR