| 16:25 Uhr

Ein echter Publikumsmagnet
Tausende Besucher beim Straßenfest

Den kleine Verein LebensArt hat mächtig was auf die Beine gestellt. Chef Lutz Müller hält die Zügel auf dem Bullen in der Hand.
Den kleine Verein LebensArt hat mächtig was auf die Beine gestellt. Chef Lutz Müller hält die Zügel auf dem Bullen in der Hand. FOTO: Torsten Pötzsch
Finsterwalde. Chapeau! Da kann man vor dem kleinen Verein LebensArt wieder einmal nur den Hut ziehen, was sie da am vergangenen Samstag, in der Finsterwalder Langen Straße, auf die Beine gestellt haben. Von Torsten Pötzsch

Bereits zum 14. Mal luden Händler und Anwohner mitten in die City und Tausende Besucher drängelten sich ab dem frühen Nachmittag bis tief in die Nacht hinein durch die älteste Ladenstraße der Sängerstadt. „Dabei“, so betonte LebensArt-Chef Lutz Müller gegenüber der RUNDSCHAU, „ist das alles kein Selbstläufer, auch wenn wir bei der Organisation der Feste, die zwei Mal im Jahr stattfinden, schon eine gewisse Routine haben und alle an einem Strang ziehen. Ein riesiger Kraftakt ist immer die Finanzierung. 7000 Euro hat es uns diesmal gekostet und ohne großzügige Sponsoren wäre das alles nicht möglich. Da geht mein Dank nicht nur an meine Mitstreiter, sondern natürlich auch an unsere Förderer und Unterstützer. Es wäre wirklich schade, wenn wir es nicht mehr schaffen würden, denn die Resonanz zeigt uns, dass die Leute es wollen und unsere Straßenfeste schon feste Punkte im Terminkalender vieler Finsterwalder und Gäste sind.“

Sport, Spaß und Live-Musik, so das Motto am vergangenen Samstag, doch das mit dem Sport sollte nicht so ernst gesehen werden, bei solchen Disziplinen wie Bierglasrutschen oder Bullenreiten. Dass man es aber mit dem Slogan „Von Vereinen für Vereine“ sehr ernst meinte, zeigte die große Präsenz von mehr als einem Dutzend Vereinen der Sängerstadt. „Eine tolle Sache“, lobte Sebastian Schulz, der Vereinsvorsitzende der Spielvereinigung, die Initiative. „Obwohl wir noch im Spielbetrieb sind, war für uns von vornherein klar, als wir gefragt wurden, dass wir hier mit dabei sind, denn das Straßenfest ist ein echter Publikumsmagnet und eine bessere Plattform kann man bei uns nicht bekommen, um sich zu präsentieren. Wir sind ein reiner Fußballverein und da ist es unheimlich wichtig, dass man wahrgenommen wird. Und natürlich geht es uns, wie allen anderen sicherlich auch, immer um Nachwuchsgewinnung. Das ist ein Dauerthema.“

Tausende Besucher drängelten sich ab dem frühen Samstagnachmittag durch die Lange Straße.
Tausende Besucher drängelten sich ab dem frühen Samstagnachmittag durch die Lange Straße. FOTO: Torsten Pötzsch

Nicht nur das Datum war neu, sonst feierte man immer in die Walpurgisnacht hinein, auch logistisch gab es einige Veränderungen. Eine Erklärung für den frühen Zeitpunkt war schnell gefunden: Hier wollte man einfach die Synergieeffekte der Hamburger Markschreier, auf dem benachbarten Markt, nutzen. Dass aber die große Bühne nicht mehr vorn, sondern am Ende der Langen Straße stand, war einfach ein Experiment, um mehr Platz zu haben.

Und es ging auf, alles zog sich sehr schön lang hin und es konnte herrlich durch die Straße flaniert werden. Und auch bei der Besetzung der Bühne setzte man auf einheimische Ressourcen und lokale Acts. Den Auftakt machten die „kleinen Weberknechte“ und die hauten ordentlich auf die Felle und stimmten das Publikum ein. Es folgten die Heartbreaker, eine junge Band aus Schülern der Musikschule, Marble Cake und die Röderstomper. Ein bunter und durchaus gelungener musikaluscher Mix. „Es ist wirklich eine sehr gute Entscheidung, auf lokale Musiker zu setzen“, erklärte Musikschullehrer Chris Poller. „Die Musiker haben Spaß, vor heimischem Publikum zu spielen und die Gäste haben es entsprechend honoriert. Besonders die Heartbreaker haben sich, aus meiner Sicht, von ihrer besten Seite gezeigt und schön war, dass es schon Auszüge aus ihrem Programm zu hören gab, das sie in Kürze im holländischen Sneek, bei einem großen europäischen Jugendmusikfestival, präsentieren werden. Toll!“

„Toll!, Immer wieder schön!, Super!“, so auch der Grundtenor einer kleinen Straßenumfrage. Und das macht den Initiatoren Mut und verleiht ihnen den nötigen Enthusiasmus, um noch viele schöne, weitere Straßenfeste zu organisieren, auch wenn die Bedingungen immer schwieriger werden.