ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:10 Uhr

Kulturpreise Elbe-Elster 2017
Mit Herzblut für die Kultur

Stephan Creuzburg ist Gründungsmitglied der „Kleinen Galerie“ Elsterwerda.
Stephan Creuzburg ist Gründungsmitglied der „Kleinen Galerie“ Elsterwerda. FOTO: Antje Posern
Herzberg. Den nicht jährlich vergebenen Kulturpreis des Landkreises Elbe-Elster erhält für 2017 Stephan Creuzburg aus Elsterwerda.

Aus der Laudatio: Der Kulturpreis wird nur verliehen, wenn herausragende Aktivitäten auf verschiedenen Feldern der Kulturarbeit geleistet wurden. Für 2017 erhält ihn Stephan Creuzburg aus Elsterwerda. Mit ihm wird einen Bürger unserer Region geehrt, von dessen Fülle an Engagement und Herzblut für die Kultur wir so viel profitieren.

Stephan Creuzburg wurde 1941 in Leipzig geboren. Er entstammt einer musisch geprägten Familie. Sein Vater war Musikwissenschaftler und Germanist – Konzert- und Kunstausstellungsbesuche gehörten zum familiären Alltag. An der Thomasschule, die er bis zum Abitur 1960 besuchte, fand er in den musischen Fächern Lehrer, die die Begeisterung für sein vielschichtiges kulturelles Interesse weiter wachsen ließen. Schließlich studierte er an der Karl-Marx-Universität Leipzig Pharmazie. Durch die staatliche Absolventenlenkung begann er seine Apothekerlaufbahn in Elsterwerda, das fortan bis heute seine neue Heimat geworden ist, in die er sich einbringt und seine Konturen hinterlässt. Zwei Dinge bewogen ihn, hier Wurzeln zu schlagen: Die Liebe zu seiner zukünftigen Frau und das Angebot, Kreisapotheker zu werden, der er auch als jüngster seiner Zunft im Bezirk Cottbus 1971 wurde. 1982 wurde ihm der Titel Pharmazierat verliehen. Im Jahre 1991 hat er „seine“ Apotheke privat übernommen, und 1993 erfolgte der Umzug in das heutige Gebäude.

Stephan Creuzburg brachte sich schon immer aktiv in das gesellschaftliche Leben seiner Stadt ein. Er war zu Zeiten des gesellschaftlichen Umwälzungsprozesses Sprecher der Bürgerbewegung und Mitglied des Runden Tisches in Elsterwerda. In zwei Legislaturperioden in den 90er-Jahren gehörte er der Stadtverordnetenversammlung an, war deren stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender des Sozialausschusses. Gleichzeitig war er 16 Jahre lang Vizepräsident der Brandenburgischen Apothekerkammer.

Seit den 80er-Jahren, damals noch über den Kulturbund organisiert, gehört Stephan Creuzburg als Gründungsmitglied dem Beirat der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda an. Dessen engagiertes Wirken konnte schon 2008 mit dem Denkmalpflegepreis des Landkreises Elbe-Elster gewürdigt werden. Er ist ein wichtiger Bestandteil in unserer Kulturlandschaft, der als Vermittler zwischen den Produzenten und Konsumenten bildender Kunst eine unschätzbare Arbeit leistet. Besonders seine lebendige, sensible und kenntnisreiche Moderation bei den Galeriegesprächen ist legendär.

Äußerst verdienstvoll ist sein publizistisches Wirken in unserer Regionalpresse. Wie viele Konzerte und Ausstellungen rief er dadurch in das öffentliche Bewusstsein. Er fungiert auch hier als der Zauberer, der es schafft, eine Ahnung von der Aura eines Kunstwerkes in die Vorstellungswelt des Lesers zu verpflanzen – und das mit einer Sprache, die von diesem verstanden wird.

Besonders dankbar sind wir Stephan Creuzburg dafür, dass er ein ständiger Förderer kultureller Projekte ist. Er war es bei der Ersten Brandenburgischen Landesausstellung im Schloss Doberlug und so auch wieder innerhalb unserer zweiten großen überregionalen Kulturkampagne anlässlich des Reformationsjubiläums. In ihr ebnete er dem Fotoprojekt der Kirchenlandschaft Elbe-Elster den Weg. Mit Herzblut begleitet er das Wirken des Kultursommers Saxdorf und des Atelierhofs Werenzhain. Ihm ist es als Initiator auch zu verdanken, dass er im Verbund mit weiteren Sponsoren die Dokumentation über die älteste Kornbrennerei Brandenburgs im Hof des Museums Mühlberg 1547 ermöglichte.

 Der Begriff bürgerschaftliches Engagement findet in Stephan Creuzburg seine lebendige Entsprechung.

(pm/leh)